Die freieste Interpretation des Mottos der Düsseldorfer Quadriennale liefert die Kunstakademie Düsseldorf. „Über das Morgen hinaus“ meint in der Akademie-Galerie den Weg vom zeichnerischen Entwurf hin zur skulpturalen Realisation: Die Zeichnung ist Plan, Konzept, Versuch, Utopie. Ausgestellt sind Bildhauer-Zeichnungen von einstigen und aktuellen Professoren der weltberühmten Kunstakademie. Und da dort herausragende Künstler unserer Zeit unterrichten, ist gewährleistet, dass selbst die Ausstellung von lapidaren Zeichnungen und Skizzen hochkarätig ist. Dazu trägt bei, dass die künstlerischen Arbeiten in den kabinettartigen Räumen getrennt und ganze Werkkomplexe ausgestellt sind. Das Spektrum zwischen Figuration – mit Katharina Fritsch oder (etwas unglücklich und handwerklich wenig gekonnt) Georg Herold – und Abstraktion – etwa im Bereich der konstruktiv orientierten Kunst Erwin Heerich und der informellen Geste Norbert Kricke – wird in seiner ganzen Weite anschaulich. Aber auch so selten ausgestellte Werke wie die Papierarbeiten von Didier Vermeiren oder Erich Reusch sind zu sehen, die sich nur bedingt als Zeichnung verstehen lassen.
Ergänzt ist die Ausstellung um vier „klassische“ Positionen der Bildhauer-Zeichnung im 20. Jahrhundert: Henry Moore und Germaine Richier stehen für die freie Figuration und Hans Uhlmann für die konstruktiv-abstrakte Kunst. Fred Sandback, der eigentlich zu jung ist, um hier zugeordnet zu werden, aber leider schon gestorben ist, vertritt eine minimalistisch räumliche Position.
So richtig logisch wird die ergänzende Auswahl nicht, und doch ist es eine schöne Bereicherung. Diese Ausstellung ist ein Geheimtipp innerhalb der Quadriennale und sie ist, auch losgelöst von den anderen Schauen, unbedingt sehenswert.
„Auf der Spur der Erfindung – Bildhauer zeichnen“ | bis 10.8. | Akademie-Galerie in Düsseldorf | 0211 139 62 23
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