We no speak americano, lalala, we no speak americano, lalala. In „Una donna sola“ („Eine Frau allein“) fragen sich der Nobelpreisautor Dario Fo und Gattin Franca Rame, was wohl passieren muss, damit ein geduldiger Mensch die Geduld verliert. Maria scheint so ein geduldiger Mensch zu sein. Ihre Geschichte erzählt Tanja Grix in ihrer ersten Regiearbeit im Bochumer Rottstr 5-Theater. Mit einfachen Requisiten und einem im Programmheft angekündigten Schreckschuss.
Wie immer bei Fo fängt alles harmlos an. Maria macht die Hausarbeit, schnabuliert über Gott und die Welt. Ihr Schwager nebenan ist leidend, sie ist hilfsbereit, tanzt bei Radiomusik durch die Wohnung, am Bügelbrett, ans Telefon. Nicht ihr Mann ist dran, sondern ein Telefonschweinigel, und noch ist das egal. Maria atmet witziges italienisches Flair aus. Dann entdeckt sie am Fenster gegenüber einen Gesprächspartner, neu eingezogen, mit Fragen, die auch erst harmlos, dann aber schwieriger werden, denn Maria muss erklären, warum sie eingesperrt ist und nur ihr Mann einen Schlüssel besitzt. Noch flötet sie die Antworten daher, doch irgendwann werden die schwieriger und schwieriger, Telefonate mit Mann und boshafte Attacken gegen den Spanner mit Fernglas und der boshafte Schwager im Hinterzimmer lassen die Luft langsam dünn werden, die Fassade bröckelt, der Geduldsfaden vibriert, jeder weiß sofort, das wird kein gutes Ende nehmen.
Johanna Wieking hat als Maria alles in der Hand, der Monolog ist ein Paradestück für eine Schauspielerin, die ihr Publikum fesseln kann, und das kann sie. Irgendwann ist Schluss mit dem Sexismus, mit der Ausbeutung, mit der Freiheitsberaubung. Mann, Schwager, Schweinigel, Spanner – als dann auch noch ein jugendlicher Ex-Liebhaber auftaucht, der sie „beschützen“ will, eskaliert die Geschichte im abgeschlossenen Wohnzimmer. Das lalala bleibt im Halse stecken, Maria zieht die Knarre.
Manchmal erscheint die Geschichte ziemlich konstruiert, dramaturgische Fragen bleiben ausgeklammert, der Regisseurin will es nicht um eine altbackene Feminismus-Debatte gehen, sondern nur darum, wie wenig manchmal für die gewalttätige Eskalation nötig ist. Schon klar, ein vergnüglicher Abend ist es allemal.
„Tag des Zorns“ I Fr 6.4., 19.30 Uhr I Rottstr 5 Theater Bochum I www.rottstr5-theater.de
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