Manche Weihnachts-Inszenierungen werden ins neue Jahr hinein gespielt, mache haben das verdient. Florian Fiedlers Hingucker „Heidi“ am Theater Oberhausen hat so ein festtagsfreies Gelände: die Schweizer Berge. Dort entscheiden sich im tiefen Schnee nicht nur zwei Mädchenschicksale, zu lernen gibt es auch was über den Sinn von Bildung, Freundschaft und – das Neureichtum. Fiedlers Inszenierung ist eine Neufassung aus seiner Hannoveraner Zeit, selbst das Bühnenbild wurde von dort angefahren und das fette drehbare Alpen-Panorama mit knuffiger Perspektive-Gag-Hütte ist allein schon sehenswert. Die Rückseiten zeigen auch das kärgliche Innere des Holzverschlages mit Realfeuer und die schicke Frankfurter Designbude von Klaras Vater, dem Sesemann, je nachdem wer an der Bühne dreht.
Die Inszenierung des Johanna Spyri-Romans, dessen Bühnenfassung der Regisseur mit Dramaturgin Sarah Lorenz 2016 selbst geschrieben hat, ist in sich schlüssig, wenn auch das Ende ein wenig abrupt daher kommt. Egal. In der morgendlichen Kindervorstellung, die ich gesehen habe, gab es jedenfalls keine Beschwerden; ganz im Gegenteil, in vielen Momenten wurden die zahlreichen Klassen mucksmäuschenstill, um dann beim lustigen Echospiel ordentlich loszubrüllen. Hier hat die Regie also alles richtig gemacht. Vor Weihnachten gibt es extrem viele Vorstellungen, alle Rollen sind also doppelt und dreifach besetzt, was fürs gefühlvolle Spiel mit liebevoll kleinen Slapstick-Einlagen keinen Unterschied machen dürfte. Auch die Videoprojektionen von Bert Zander machen das Räumliche zum visuellen Spektakel. Am Ende geht es wie immer gut aus. Selbst der Geißen-Peter kann plötzlich etwas lesen und schreiben.
„Heidi“ | R: Florian Fiedler | 26.12., 6.1., 10.2. je 15 Uhr, 19.1. 18 Uhr, 29., 30.1. je 11.30 Uhr | Theater Oberhausen | www.theater-oberhausen.de
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