Eine überdimensionale Showtreppe lässt schon erahnen: Es wird unterhaltsam, und es soll ein großer Abend werden. Doch erst einmal müssen die clownesken Gefolgsleute von Volpone den eisernen Vorhang stemmen, dann ist der Weg frei zum skurrilen Spiel um Macht, Einfluss und Geld. Die Bühne dafür zieht sich auch quer durch den Zuschauerraum, wen wundert es, schließlich sind alle gern beteiligt, wenn es um die richtigen Vermögen geht.
In Sebastian Nüblings Inszenierung der Komödie von Shakespeares Zeitgenosse Ben Jonson (aus dem Jahre 1605) ist alles leicht verdaulich, amüsant und ohne den sonst üblichen Banknoten-Zeigefinger. Szenenapplaus ist da garantiert.
Worum geht’s? Der reiche Volpone ist ein Betrüger, der aus purer Lust am Spektakel seine Zeitgenossen in den Ruin treibt. Erst tut er so, als sei er sterbenskrank, dann streut er das Gerücht, dass er sein Testament noch nicht verfasst habe. Das lockt natürlich die Geier an. Mit der scheinbaren Aussicht aufs reiche Erbe strömen die Geldgierigen, um Geschenke zu machen, alles wunderbar lanciert von seinem treuen Kumpanen Mosca: „Hoffnung ist eben ein guter Köder, in dem man seinen Haken versteckt.“
Die schräge Revue kann beginnen. Als erster gerät sein Anwalt Voltore (Martin Horn) in die Fänge. Er scheint allerdings erst einmal ziemlich gefasst zu sein, ganz anders als der gierige Corbaccio (Jürgen Hartmann), der selbst sterbenskrank eigentlich nur Volpone überleben, aber dann doch noch zum ganz großen Erbe kommen will und dafür selbst alles verliert.
Das wildeste Paar sind der schmierige Corvino (Michael Schütz) nebst Gattin Celia (Maja Beckmann), die eigentlich nur bis zwei zählen kann, und die der Gatte gern im Tausch für die Millionen hergibt. Doch Celia spielt irgendwie nicht mit, flüchtet oft in die hintersten Zuschauerreihen. Dazwischen rezitiert Marco Massafra als schlüpfrige Lady Would-Be Dichter- und Philosophennamen im Stakkato. Alle sind am Ende betrogen, selbst Volpone scheint es zu sein, doch irgendwie war alles nur ein Spiel im Spiel. Unterhaltsam, schick und locker inszeniert, und ziemlich eindimensional lehrreich. Der Globe hätte sicher getobt, das Schauspielhaus frohlockte.
„Volpone“ I Mi 9.5., 19.30 Uhr I Schauspiel Bochum I 0234 33 33 55 55
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