Ein Pfeifchen qualmt in einer Höhle im Auenland. Da wohnt Bilbo der Hobbit. 13 Zwerge und ein Zauberer kommen zu Besuch. Bilbo soll helfen, einen Schatz wiederzubeschaffen, den ein Drachen erbeutet hat. Lange Reise, ein merkwürdiges Wesen, ein merkwürdiger Ring. Der mächtige Krieg, der funkelnde Arkenstein, ganz Mittelerde gerettet, glückliche Rückkehr. Das Pfeifchen qualmt wieder in der schicken Höhle. Fertig.
In nur 75 Minuten rauscht das Junge Schauspiel in Düsseldorf durch J.R.R. Tolkiens schöne alte Welt. Was einst vor rund 100 Jahren geschrieben wurde und anschließend Generationen von Jugendlichen fesselte, gilt heute als der Klassiker der Fantasy-Literatur. Tolkien erweiterte damals ein ganz uraltes Märchen und Mythen-Genre um eine riesige Welt und um unbekannte böse Wesen, die in den digitalen Spielwelten von heute nicht mehr wegzudenken sind.
Als deutschsprachige Erstaufführung inszeniert die Schweizer Regisseurin Christina Rast im Team mit ihrer Schwester, der Bühnenbildnerin Franziska Rast und der Videokünstlerin Julia Laggner, ein Kinder-und Jugendstück über das umfangreiche epische Werk, das Greg Banks 2019 für die Theater neu strukturiert hat. Bilbo steuert als Erzähler die geraffte Handlung, die sich eher auf die Entwicklung des braven Hobbits zum fast ungewollten Helden fokussiert, als die oft mörderischen Auseinandersetzungen zwischen Elfen, Menschen, Orks und einem Drachen in den Vordergrund zu stellen.
Das fantasievolle Erzähltheater verzichtet natürlich nicht auf die wichtigen und auch gefährlichen Stationen der langen Reise, und auch nicht aufden bösen, armen Gollumoder die giftigen Riesenspinnen im Düsterwald. Der „Meisterdieb“ Bilbo erbeutet dennoch in einem Berg den Ring der Ringe, eben den, der alle anderen – und das waren laut Ringgedicht nicht wenige – knechten und ins Dunkle treiben sollte und der Hobbit konnte damit seine gefährliche Reise durch Mittelerde zu einem für ihn jedenfalls guten Ende bringen. Wir alle wissen, dass sie für seine Familie erst der Auftakt zu einer viel gefährlicheren Reise in einer späteren Zeiten werden sollte.
Im Großen Saal des Düsseldorfer Schauspielhauses sollte das also nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Tolkien-belesene Erwachsene ein ereignisreicher Abend zwischen bösen Drachen und wilden Orks werden.
Der Hobbit, Deutsche Erstaufführung | Sa. 21.11., 16 Uhr | Schauspielhaus Düsseldorf | Infos: 0211 36 99 11
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