Nun Schulhofgeschichten sind das eher nicht, die der junge Mann da erlebt, während seine ersten Haare an Kinn und Hoden wachsen, dennoch hat der Niederländer Theo Fransz dieses Stück genau für einen so lautenden internationalen Wettbewerb geschrieben. Außer mir sitzen noch drei Schulklassen an diesem Mittag im kleinen Theater Unten. Ein etwas älterer junger Mann teilt die hölzernen Hocker wie Moses einst das Rote Meer, ein anderer sitzt teilnahmslos am Tisch. Noch herrscht Unruhe im Raum, dann spielt uns jemand aus dem Off das Lied vom Tod. Co-Starring (ein ziemlich junger Mann) steht vor dem Spiegel und bewirft seinen neuen Pickellook mit einer verbalen Adjektiv-Bombe. Tim-Fabian Hoffmann ist der etwas ältere junge Mann, der als Erzähler fungiert, Manuel Loos der Musiker und Sound-Creator, die Schülerinnen und Schüler schütteln sich vor Lachen, klar, das mit dem Plüschkaninchen an die Tür zu nageln, war nicht nett, aber Orgasmen, Selbstbefriedigung und erster Ständer im Bus, klar es kichert hier, es kichert da. Die erste Liebe – eine Stewardess im blauen Kleid. Bis dahin rockt die Regie von Martina von Boxen, in Echtzeit und im Kopf. Heute wär Co-Starring besser im Bus sitzen geblieben, doch er rennt dem blauen Engel nach. Mit Umweltschutz hat das nichts zu tun, eigentlich auch nicht mit dem Älterwerden, Co hat sein Martyrium noch gar nicht kennengelernt: die Boshaftigkeit der Gefühlsnöte der Jugend und seine Kausalitäten und daraus folgende Konsequenz. Adoleszenz ist kein Zuckerschlecken.
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