Es war ein Donnerschlag in der Geschichte des Theaters, nach dem nichts mehr so weiterging wie zuvor: Am 31. August 1928 spielte das Berliner Theater am Schiffbauerdamm zum ersten Mal „Die Dreigroschenoper“.Die Story über die Brutalität einer vom Kapitalismus korrumpierten Gesellschaft war der Höhepunkt der Zusammenarbeit des damals 30-jährigen Bertolt Brecht mit dem jungen Kurt Weill.
Für den vor 125 Jahren geborenen Kurt Weill war die Musik zur Dreigroschenoper der endgültige Schritt in eine neue Art von Musiktheater. Auch wenn das Publikum des Premierenabends nach Auskunft der Übersetzerin Elisabeth Hauptmann „sauer“ reagierte, auch wenn die Nazis das Stück verboten: Nichts konnte den Erfolg bremsen. Kaum war der braune Spuk weggefegt, erlebten die Figuren aus dem Gauner- und Proletenmilieu im August 1945 ihre Wiederbelebung im zerbombten Berlin. Seither ist das Werk aus dem Repertoire nicht mehr wegzudenken.
Das Stück wurde in der Saison 1928/29 im Theater am Schiffbauerdamm (heute das Berliner Ensemble) ununterbrochen gespielt und von vielen anderen Bühnen über 4.000-mal gegeben. Ein wohl bedachtes Marketing förderte den Erfolg. Weill ließ Bearbeitungen der Songs zu und stellte selbst eine „Kleine Dreigroschen-Musik“ zusammen. Rundfunkaufnahmen, Jazz- und Tanzarrangements verbreiteten die Melodien weit über das Theater hinaus. Die Vermarktung reichte bis zum Entwurf einer Tapete mit Figuren aus der „Dreigroschenoper“. Die Verfilmung von 1931 brachte Brecht 25.000 Mark ein.
Das Orchester der Uraufführung war acht Mann stark. Da jeder der Musiker mehrere Instrumente spielte, konnte Weill 23 abwechselnd einsetzende Instrumente vorsehen. Die Band, geleitet von Theo Mackeben, spielte im Hintergrund der Bühne. Da die Schauspieler keinen Blickkontakt aufnehmen konnten, kam es nicht zu exaktem Zusammenklang. Das Singen „aus dem Takt“ nutzte Brecht, um eine „Einfühlung“ des Publikums in die Musik zu stören – ganz im Sinne seines anti-illusionistischen Theaters.
Wie aktuell ist die Dreigroschenoper heute, fast 100 Jahre nach ihrer Uraufführung? Darauf will Simon Solberg, Hausregisseur am Schauspiel Bonn, mit einer Truppe singender Darsteller eine Antwort suchen. Zu erleben ab 6. April an der Oper Bonn.
Die Dreigroschenoper | 6. (P), 8., 20.4., 10., 29.5., 1., 8., 17., 19.6., 3., 9.7. | Oper Bonn | 0228 77 80 08
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