Der Eiserne ist noch unten, als der Sturm über Wuthering Heights loslegt und der junge Mr. Lockwood dort Zuflucht sucht. Merkwürdig wie Draculas Burg stapft ein alter Diener durch die leeren Räume und ein psychopatischer Hausherr verwehrt ihm das Nachtlager. Also muss er in einer kleinen Kiste übernachten, in der es wohl spukt und die einmal ein Kinderzimmer gewesen sein soll. Eine tragische Geschichte muss sich hier abgespielt haben. Emily Brontës uralter Erfolgsroman „Sturmhöhe“ ist im Theater Oberhausen auf eine Bühnenfläche geschmolzen, geholfen hat das nichts. Die bekannte Mischung aus Schmacht und epischem Grusel bleibt erhalten, Himmel und Rauch, Hölle und Verdammnis, Liebe und Verrat und mitten drin Iggy Pops Wild Child, die kleine Catherine, die lieber durchs Moor kriecht, als Konversation zu üben.
Die junge Regisseurin Lily Sykes jedenfalls hat die Herausforderung angenommen, 500 Seiten Rache-Dämonen und Eifersuchtselfen in drei Stunden (eine Pause) zu zwängen. Es wurde ein Drama ohne Dramatik, mit etwas Tragik auf dem edlen Gutshof Thrushcross Grange, wo ein junger Herr wohl mehr aus Mitleid eine wilde Amazone ehelicht und damit ein Gebirge des Wahns über zwei Häuser in Yorkshire im windigen Norden Englands lostritt. Doch was 1847 noch einen Sturm der Empörung auslöste, ist heute eher was für Vorabendserien, berühren können diese Lebensentwürfe nicht mehr, und große Liebe sieht doch irgendwie anders aus.
Sykes versucht folgerichtig mit opulenten Bildern und dem ausgezeichneten Ensemble entgegenzuhalten. Da wird aus der Bodenklappe geflucht, da wehen Schneeflocken über die Bühne, da wird gesoffen und vergewaltigt, dass es eine Lust ist, während Angela Falkenhahn als Wild Child sich eher mit Zwangsernährung und tödlichem Irrsinn herumschlagen muss. Manchmal müssen Kinder beim Requisiten-Schieben ran und manchmal gerät auch alles zu statisch, wenn die Geschichte weitergetrieben werden muss, wenn mal schnell fünf Jahre überbrückt werden, oder das böse Findelkind Heathcliff, die Ursache allen Übels, natürlich reich und gebildet zurückkehrt, um Rache zu üben. Um Liebe ging es ihm dabei nie.
„Sturmhöhe“ | R: Lily Sykes | Fr 6.2., Sa 7.2. 19.30 Uhr, So 22.2. 18 Uhr | Theater Oberhausen | 0208 857 81 84
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