Wenn schon die Vorband eine große Fangemeinde vor die Bühne lockt, kann von einem gelungenen Abend die Rede sein. Ein Meer aus Bandshirts und wallenden Mähnen eroberte am 15. Januar die Zeche Bochum, denn neben dem Haupt-Act Epica hatten sich gleich zwei weitere Bands angekündigt. Diablo Blvd. aus Antwerpen und DragonForce aus Großbritannien spielten als Vorbands der niederländischen Metal-Stars und brachten selbst gleich auch noch den Promifaktor mit. Denn bei Diablo Blvd., die Musik im Stil von Danzig und Five Finger Death Punch machen, handelt es sich um eine erfolgreiche belgische Band, und die „Extreme Power Metaller“ von DragonForce haben sich mit ihrer Mischung aus Power und Speed Metal längst einen Namen in der internationalen Szene gemacht.
So ist es nicht verwunderlich, dass viele Fans hauptsächlich für eine der Vorbands angereist waren. Nicht wenige im Publikum waren den Londonern von DragonForce nach Bochum nachgereist, um sie im Vorprogramm zu erleben. Zwar ohne Keyboarder, der war bei seiner schwangeren Frau in England geblieben, dafür mit viel Humor und guter Laune ausgestattet, gewann die Gruppe die Herzen der Zuschauer schnell für sich. Eigens für den Auftritt hatten sie sich ein paar deutsche Sätze angeeignet, Bassist Frédéric Leclercq überraschte sogar mit guten Deutschkenntnissen.

Mit schnellen Songs hielten DragonForce das Publikum in Atem. Der im Speed Metal obligatorischen Double Bass war es zu verdanken, dass nicht ein Moment des Stillstandes gegeben war. Laute, rasante, fast schon überladene Schlagzeugrhythmen erweitern DragonForce mit schnell bespielter Lead- und Rhythmusgitarre, viel Distortion und oft elektronisch verzerrten Elementen. Für diesen melodischen Part der Musik sind die Gitarristen Herman Li und Sam Totman, beide Preisträger an ihren Instrumenten, zuständig. Totman, dessen schulterlanges Haar in Gesellschaft seiner Band schon fast als Kurzhaarfrisur aufgefasst werden kann, wirkte an der Rhythmusgitarre stets vertieft und hochkonzentriert, während Li offensichtlich die Aufmerksamkeit der Menge genoss, viel lachte, mit dem Publikum interagierte und sogar mit der Zunge die Saiten zupfte. Auch der Franzose Leclercq am Bass überzeugte mit der einwandfreien Bespielung seines Instrumentes.
Sänger Marc Hudson, der als Hobbymusiker 2011 zu der Band stieß, darf sich freuen, denn die Fans haben den häufig kritischen Frontmann-Wechsel akzeptiert und den „Neuen“ lieben gelernt. Mit seiner lauten Stimme und dem in der Höhe scheinbar unbegrenzten Stimmvolumen passt er perfekt zu der Gruppe und überzeugte auch bei diesem Auftritt in seiner Rolle. Die Lieder des neuen Albums „Maximum Overload“ kamen ebenso gut an wie der Klassiker „Through the Fire and Flames“ und ließen ein energiegeladenes und vorfreudiges Publikum zurück.

Bei der Hauptband aus den Niederlanden ging es dann tempomäßig doch etwas ruhiger zu. Epica, die sich seit ihrer Gründung einen festen Platz in der Szene erkämpft haben, sind für ihre Mischung aus Symphonic, Gothic und Death Metal bekannt. Weniger mit Tempo, dafür mit basslastigen und intensiven Riffs sowie melodischen Klassik-Elementen begeistern sie ein breites Publikum. Das neue Album „The Quantum Enigma“, mit dem die Band aktuell auf Tour ist, markiert eine musikalische Umorientierung: mehr Epik, mehr aggressive Highlights, dadurch aber nicht weniger des altbekannten Epica-Sounds. Der Sprung ist gelungen und das Album von Kritikern hoch gelobt. Sängerin Simone Simons, die in ihrer Kindheit klassischen Gesangsunterricht nahm, gibt den durchdringenden, basslastigen Liedern mit ihrer klaren Stimme ein wenig Ruhe und noch mehr Fülle, als sie ohnehin schon haben. In „The Quantum Enigma“ konzentriert sich die Band besonders darauf, die Singstimme ihrer Frontfrau mit dem ungeschliffenen Growling von Gitarrist Mark Jansen in Szene zu setzen. Damit bewegen sich Epica verstärkt im Death Metal-Bereich.
Eine aufgeregte und aufwendige Lichtshow begleitete den Auftritt der Band. Für Bewegung auf der Bühne sorgte jeder – sogar Keyboarder Coen Janssen an seinem beweglichen Keyboardständer und seiner tragbaren Version des Tasteninstruments. Das Publikum tanzte begeistert mit zu Songs des neuen Albums und berühmten Stücken der Band. Dem Aufruf zu einem Moshpit folgte das reinste Chaos in den Zuschauerreihen – die Bestätigung eines gelungenen Metal-Abends. Sängerin Simone und ihren Bandmitgliedern war der Spaß zu jeder Zeit deutlich anzusehen, und die gute Laune übertrug sich mühelos auf die Besucher. Drumsticks und Plektren, die in der Menge landeten, machten einzelne Fans dann noch glücklicher. Düstere Musik bedeutet eben nicht gleich düstere Gestalten.
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