„Keine Angst, i mach keine Schüttelreime“, beruhigte Ottfried Fischer das Publikum, nachdem er im Februar 2008 seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht hatte. So viel Selbstironie verdient Applaus. Den wird es garantiert auch geben, wenn das ur-bayrische Schwergewicht dem Ruhri seine Reverenz erweist. Zum Beispiel bei der „RuhrHochDeutsch“-Eröffnungsveranstaltung am 25. Juni („RuhrHochDeutsch“: 25.6. bis 11.10) im Spiegelzelt an der Dortmunder Westfalenhalle. „Der kleine Ottis-Schlachthof“, so der Titel der Benefiz-Gala „Lachen für ’nen guten Zweck“, deren Erlös komplett der Mitternachtsmission Dortmund zugutekommt, wird nicht nur wegen des Gastgebers ein komödiantischer Heidenspaß.
Außer Fischer werden Piet Klocke, Knacki Deuser, René Steinberg und Kai Magnus Sting für Abwechslung sorgen. „Jetzt noch langsamer“ heißt das Solo, mit dem Fischer, die als „Bulle von Tölz“ und „Pfarrer Braun“ bundesweit bekannte Fernsehnase, sich in seinem Solo-Programm am 26. und 27. über sich selbst lustig macht. Gefolgt von der neuen Produktion des Kom(m)ödchen Ensembles „Deutschland gucken“ (am 28.).
Im Rahmen der aus gutem Grund beliebten Reihe „… immer montags – Pommes, Currywurst und Bier“ tritt der im Februar dieses Jahres mit dem vom Mainzer unterhaus verliehenen Förderpreis des Deutschen Kleinkunstpreises ausgezeichnete Martin Zingsheim am 29. auf: „Kopfkino“ heißt das Programm des bekennenden Hobbyatheisten, dessen Pointen unverbraucht, überraschend und originell sind. Wobei die Basis seines Talents zweifelsohne seine stupende Musikalität ist: sei es als Mann am Klavier oder als Wortkabarettist, der die Sprache wie ein Instrument beherrscht und mit spielerischer Intuition einsetzt. Der 1984 in Köln geborene Künstler meint, man solle nur über das sprechen, wovon man wirklich Ahnung hat – in seinem Fall trinkbare Rotweine unter drei Euro.
Als Musikwissenschaftler und Philosoph weiß er allerdings auch sonst noch eine ganze Menge und kann Menschen und Dinge miteinander vergleichen. Bildung bedeute, Ressentiments gegen die Unterschicht zu entwickeln – wobei in dem Zusammenhang seine Idee, Museumsbesucher in eine Herde Hooligans zu verwandeln, ganz neue Perspektiven eröffnet. Zingsheims Gedankenströme gleichen sprudelnden Quellen, die seinem Kopf entspringen, glasklar und erfrischend. Die Frage, was man vom Denken denkt, wird hier plausibel beantwortet: Wovon man nicht schweigen kann, darüber muss man sprechen.
Gleich drei musikalische Talente unterschiedlicher Güte hat sich der Ruhrgebiets-Barde Fred Ape am 30. eingeladen. Mit Friedemann Weise steht ein Mann auf der Bühne des Spiegelzeltes, dessen anarchischer Humor sich in Songs und Texten niederschlägt: Zum Beispiel in einem Lied über die Nullerjahre, in dem er die Menschheitsgeschichte von hinten aufrollt – und dabei für neue Erkenntnisse über ihren Ursprung sorgt. Sebastian Krämer verkörpert den hintersinnigen Poeten, dessen Phantasie immer wieder in surrealistische Gefilde abdriftet. Matthias Reuter wiederum liefert bodenständige Rundumschläge in der Tradition eines Jürgen von der Manger. Was will man mehr – fragt sich die stets über Tage lebende
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