Der Klaus ist ja beinahe ein Kölner. Mit 3 Jahren hat er hier ein ganzes Lebensjahr verbracht, und im benachbarten Düsseldorf – zugegeben seiner ersten rheinischen Heimat – hat er studiert. Aus Köln kam auch vor 45 Jahren der Auftrag, für eine Kölner Neuerfindung namens „Tatort“ die Filmmusik zu komponieren. All dies erzählt Doldinger auf seinen Geburtstagstouren gern seinem Publikum, moderiert den Abend gleich selbst, und zwar sehr locker und sehr nett. Manchmal geht ihm dann beim Parlieren die Puste aus. Immerhin hat er genug zu tun in den eigenen Stücken, er lässt sich da bis heute musikalisch nicht die Wurst vom Teller nehmen. Und wenn Doldinger das Tenorsaxophon bläst, dann meistens volle Pulle.
„Man kann ja auch viel mit Worten sagen, aber es ist dennoch kein Vergleich zu Tönen. Sie reichen über alles andere hinaus und sind von unbeschreiblicher Ausdrucksmöglichkeit. Das ist die Grundessenz, die man mit dem Jazz in die Wiege gelegt bekommt und sich erhalten muss. Ich habe immer gespielt und keine Ambitionen, mich zurückzulehnen.“ So spricht der reife Musikus kurz vor Vollendung seines achten Jahrzehnts – auch seine Band Passport, Doldingers unverwüstliche Jazzrock-Combo, existiert sehr erfolgreich seit knapp 45 Jahren. Damit trägt der schon lange Zeit bei München residierende Erfinder des deutschen Jazzrocks auch die Ehrenmarke „Beständigster Bandleader der deutschen Jazzwelt“.
Dabei blickt Klaus doch auf ein Alter, das ihm ermöglicht hätte, auch in der wilden und intellektuellen Jazzszene mit all den exzessiven und nicht immer nur angedichteten ungesunden Nebenerscheinungen mitgewirkt zu haben. Aber dieser Typ, so erzählte er mir anlässlich eines jüngeren Runden, war er nie. Rund 5000 Live-Auftritte liegen hinter ihm, da muss der Künstler fit sein wie ein Sportler. Und Doldinger ist bis heute kein Suchender, sondern ein Macher, auch ein guter Geschäftsmann – wichtig auch für viele Kollegen. Das gilt auch für seine neueste Studio-CD, die zum Geburtstag am 12. Mai erscheinen wird. Doldinger: „Ich habe das Zusammenspiel mit anderen Musikern immer als etwas Besonderes, etwas Beglückendes empfunden.“ Jetzt spielt er das aus, mit Udo Lindenberg, der bei Doldinger einst Schlagzeug spielte, mit Helge Schneider, mit den Sängern Max Mutzke und Sasha und den Jazzern Nils Landgren und Dominic Miller.
Anfang April gastiert Doldinger als Gast von Trompeter Manfred Schoof. Wer jetzt an eine Neuauflage von Paul Kuhn/ Max Greger/Hugo Strasser denkt. Liegt falsch: „Der Greis ist heiß“ singt Udo Lindenberg auf der Doldinger-Scheibe. Und das scheint zu stimmen.
2.4. Köln/Philharmonie | 8.4. Hamm/Jazzfestival | 9.4. Herford/Schiller | 12.5. Düsseldorf/Tonhalle feat. Sasha, WDR Funkhausorchester u.a. | 13.5. Düsseldorf/Tonhalle | 20.5. Gelsenkirchen/Klaus Doldinger als Gast bei Udo Lindenberg | 25.5. Münster | 26.5. Köln/Philharmonie
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