Dass die Gitarre in diesem Trio statt sechs Saiten sieben besitzt, ist nur ein erstes Indiz, dass hier etwas anders läuft. Henning Sieverts, dessen klassisches Cello vier Saiten besitzt, hat 2011 zum ersten Mal seine musikalischen Ideen mit einem außergewöhnlich besetzten Trio aus Bass, Gitarre und Posaune umgesetzt. Das setzte anfangs auf die virtuosen Fähigkeiten der damals noch unbändigen Musiker und faszinierte mit einem unvertrauten Farbenspiel. Symmethree, so nannte Sieverts das Trio mit Gitarrist Ronny Graupe und Posaunengott Nils Wogram.
Nach drei gemeinsamen Studio-Exkursionen von Bach bis zu freiem Formenspiel haben die drei jetzt den Weg zurück zu den Ursprüngen des Jazz gefunden: „You don‘t know what love is“, ein langsamer Jazzstandard, wird auf ihrer neuen CD „Blues“ zum Bekennertitel. Allerdings beschränken sich die Studien des Komponisten und Bassisten Sieverts nicht auf Übernahmen. Er seziert liebevoll und variiert fantasievoll die simple 12-taktige Struktur um die ursprünglichen drei Akkorde des klassischen Bluesschemas. Es wird kristallisiert oder angereichert, gewohnte Unisono-Passagen werden durchgeführt und in ausgedehnten Improvisationen überprüft.
Sieverts hat schon zahlreiche Preise eingefahren, darunter zweimal den Neuen Deutschen Jazzpreis, zahllose CDs eingespielt und seine aufgeschlossene Marke gesetzt. Nils Wogram geht alle Wege mit, er arbeitet interdisziplinär, die Konstante lautet „qualitativ hochwertig“. Und Ronny Graupe, auch Preisträger, liebt das Unkonventionelle. Deshalb passen die drei eigentlich nicht ins Grundkonzept des Jazzclubs King Georg, bereichern aber genau dadurch das ambitionierte Programm.
Mit der WDR Big Band durfte der Pianist Aaron Parks seine Musik vor Kurzem in voller Orchesterbesetzung erleben und dabei als Solist brillieren. Der Anfangsvierziger hat bereits als Student bei Trompetenstar Terence Blanchard gespielt, seit Jahren sitzt er am Klavier neben Joshua Redman, Matt Penman und Eric Harland. Jetzt kommt er mit seinem Little Big Quartet in den Stadtgarten, auch eine für die Avantgarde-Bühne eher ungewöhnliche Liaison. Denn Aaron Parks bedient hier im unverstellten Jazzsegment auch eine Rock- und Popästhetik. Der Bandname entstammt dem Fantasyroman „Little Big“. Nix mit Horn.
Henning Sieverts Symmethree | 28.11. 19.30 Uhr | King Georg | Aaron Parks Little Big Quartet | 28.11. 19 Uhr | Stadtgarten
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