Wenn das Environment versagt, versagt auch die Gesellschaft. Das Gesetz der Stärkeren übernimmt die Struktur der Gesellschaft, das Digitale erzeugt keine Hoffnung mehr. Und so sieht der Zuschauer zu Beginn der performativen Installation „Identität“ wie riesige Eismassen ins Wasser stürzen. Gleichzeitig wird klar, dass alle Datenberge abgetragen, das Gesteinsmehl vermengt und so keine Identität mehr gültig ist. Die Theaterformation Sir Gabriel Trafique hat in dem Textgewölbe von Regisseur Björn Gabriel die neue „Stunde Null“ im Jahr 2025 verortet. Climate change is real. Antikultur auch.
Zwei Pflanzen, ein silberner Torso und ein riesiger Videowandwürfel, mehr ist von der Welt wohl nicht geblieben. Immerhin dem auslösenden Funken der Katastrophe – natürlich Hackern – wird der Prozess gemacht, immer wieder unterbrochen durch Einschübe und einem schier endlosen Assoziationsgewitter mit Cyberpunkbeatblitzen (Alexander Huegel). Alles ist schwer zu fassen, stellen sie sich einfach vor, ihr Gehirn wird durch einen Sequenzer gejagt. Erinnerungsfetzen wechseln mit Livevideo im Würfel. Gabriel inszeniert – wie immer – hyperaktiv mit einem kreativen Mix aus allem, was die Technik hergibt. Allerdings können seine vier „Überlebenden“ Anna Marienfeld, Mirka Ritter, Dominik Hertrich und Kevin Wilke dem körperlich viel entgegensetzten und so in der Bilderflut ein paar Ankerpunkte generieren. Dann treten sie aus der Zweidimensionalität in die reale Bühnenwelt des Depot-Theaters, der Beamer produziert solarisierte Welten, Europaletten und einfache Quader bilden neue Requisiten. Irgendwie fügt es sich wieder oder doch nicht?
„Identität“ | R: Björn Gabriel | Sa 16.11. 20 Uhr | Depot Dortmund | 0231 982 23 36
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