Foto: Michael Bleu

Tanzen, Schwitzen, Lächeln

17. März 2025

Ina Forsman im Dortmunder Musiktheater Piano – Musik 03/25

Für alle, die ihren R&B ohne allzu viel Bombast lieben, gibt es am 30. März in Dortmund ein echtes Highlight. Ina Forsman, aus Helsinki stammend, singt den Blues – den sie mag, wenn er ganz viel Soul und ein wenig Jazz hat. Die 30-jährige Musikerin, die jetzt in Berlin lebt, machte schon mit 15 in der Talentshow „The Voice of Finland“ auf sich aufmerksam. 2014 repräsentierte sie Finnland bei der European Blues Challenge. Zu ihren Vorbildern zählt sie Nina Simone, Otis Redding und Bessie Smith. Seit über einem Jahrzehnt nun überzeugt Forsman samt 5-köpfiger Band live mit Gefühl, Bühnenpräsenz und ihrer markanten, sanft-kehligen Stimme.

Die Energie von Live-Auftritten war ein zentraler Antrieb für das neue, soeben pünktlich zum Tourneestart erschienenen Album „After Dark Hour“. „Ich wollte Songs machen, die live Spaß machen, Songs, die die Leute verschwitzt und lächelnd aus meinen Konzerten entlassen“, erklärt sie. Der Titeltrack „After Dark Hour“ war der Funke, der ihre Kreativität nach über einem Jahr Schreibblockade neu entfachte. „Ich habe es wirklich durchgemacht – das, was ich den Post-Pandemic Blues (übers.: Post-Pandemie-Blues, Anm. d. Red.) nenne. Ich konnte keine Songs schreiben, nicht einmal Musik hören. Und dann schrieb ich eines Tages den Titeltrack, und es war wie Magie. Es war eine solche Erleichterung zu wissen, dass ich es noch immer drauf hatte, nach einem Jahr ohne kreative Energie. ,After Dark Hour‘ steht für den Moment, in dem man das erste Licht durch die geschlossenen Jalousien scheinen sieht – das Gefühl, dass es endlich wieder bergauf geht.“

Groove hat das Album. Aufgenommen in Helsinki mit einem Team finnischer Musiker:innen und produziert von Michael Bleu und Ina Forsman selbst, ist „After Dark Hour“ tief verwurzelt in Retro-Soul, Funk und R&B. Bleu hatte bereits ihr vorheriges Album zur Hälfte produziert und teilt ihre musikalischen Vorlieben. So ist von Power-Balladen über Funk à la James Brown bis zu sanftem wie temporeichem Motown die ganze Bandbreite des Soul dabei. Die opulente Produktion der Platte (Bläser, Streicher, Background Vocals) kommt live womöglich etwas entschlackter daher – aber, siehe oben, Ausruhen is‘ nich‘, wenn es nach Forsman geht:  „Tanzt“, sagt sie, „und fühlt euch ein bisschen besser.“

Ina Forsman | So 30.3. 20 Uhr | Musiktheater Piano, Dortmund | www.musiktheater-piano.de

Frank Schwarzberg

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