Es braucht gar nicht die großen Museen, um eine substanzielle Ausstellung zu zeigen. Das gilt derzeit für den Überblick über Otto Piene in der Akademie-Galerie in Düsseldorf, die über fantastische Räumlichkeiten verfügt. Piene (1928-2014), der in Düsseldorf an der Kunstakademie studiert hat und dort seither im Wechsel mit dem MIT in Boston tätig war, gehört zu den Akteuren, die die deutsche Kunst in die Welt hinausgetragen haben. 1958 hat er mit Heinz Mack die Avantgarde-Bewegung ZERO begründet; Anfang der 1960er Jahre stieß Günther Uecker dazu, woraufhin sich ZERO für einige Jahre als Gruppe verfestigte. Und doch war ZERO auch ein internationales Netzwerk mit Kontakten nach Paris, Mailand oder Amsterdam. Die jungen Künstler verband der Wunsch, nach dem Krieg wieder bei null anzufangen. Sie entwickelten eine Kunst des Purismus, des Immateriellen und der Stille mit neuen Werkstoffen und vermieden dabei jede Gegenständlichkeit. Die Medien für die ZERO-Künstler waren das Licht, der Himmel, das Wasser, der Wind, und all das war neu in der Kunst.
Die Akademie-Galerie stellt nun wesentliche Beiträge von Piene vor. Sie beginnt mit seinen gestischen Malereien, die zeigen, dass er wenig Interesse an den Farben selbst hatte und es ihm um die Bewegung ging, die mit einem feurigen Rot und einem flammenden Gelb Himmelsphänomene und im Wirbel das Expandierende anspricht. Pienes (damalige) Utopie war die Eroberung des Weltraums. So sind auch seine „Sky Art“-Objekte entstanden, die ebenfalls, nun vom Boden aus, in der Ausstellung vertreten sind. Ihr „Funktionieren“ wird in der Siebdruckfolge „Pax“ anschaulich, die Regenbögen über architektonischen Wahrzeichen zeigt.
Die Attraktionen der Ausstellung folgen (in chronologisch umgekehrter Reihenfolge) anschließend: Zwei verdunkelte Räume zeigen, wie das Licht über die Wände wandert und in den „Lichtgeistern“ aufsteigt. Mit solchen Installationen von Otto Piene wurde die ZERO-Bewegung berühmt. Schade nur, dass in der Akademie-Galerie die frühen Rasterbilder fehlen, die das Licht und die Blasen, die über die Wände streifen, vorbereiteten. Aber das hier ist eine der schönsten Ausstellungen derzeit: Chapeau, Otto Piene!
Otto Piene | bis 20.1. | Akademie-Galerie Düsseldorf | 0211 139 62 23
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