In bester Stimmung: Mateusz Dopieralski rappt in der Heldenbar.
Fotos: Dominik Lenze

Polnische Raps und verspielter Jazz

31. Januar 2016

Schauspieler Mateusz Dopieralski rappte in der Heldenbar in Essen – Musik 01/16

Als Schauspieler ist Mateusz Dopieralski durch einige Fernsehproduktionen und zuletzt durch eine Nebenrolle im Kinofilm „Die Kleinen und die Bösen“ bekannt – und jungen Essener Theaterfreunden durch „Anton – Das Mäusemusical“. Doch der 27-jährige hat auch eine musikalische Facette: Als Rapper und HipHop-Produzent hat er in seinem Geburtsland Polen eine gewisse Bekanntheit erreicht, am Mikrophon unter dem Namen Vito, vorm Sampler als DrumLinaz. In der Heldenbar des Essener Grillo-Theaters rappte er überwiegend polnischsprachige Songs, die von ihm selbst produzierten Instrumentals wurden live neu interpretiert, und zwar von Hajo Wiesemann vom Essen Jazz Orchestra, Bastian Ruppert, Caspar van Meel und Phillip Zdebel.

Bastian Ruppert am Saxohon, Mateusz Dopieralski am Tanzen (rechts)

Sommerliche R'n'B-Stücke, souliger Gesang oder schlichter, aber auf den Punkt gebrachter Rap über rauchige Beats mit dem knisternden Charme alter Samples – als Rapper und Produzent ist Dopieralski keinesfalls auf eine Tonart beschränkt. Gute HipHop-Beats der Marke „oldschool“ sind, so auch bei Dopieralski, Puzzlewerk – dieser besondere Reiz aus zerschnittenen Soundfragmenten geht bei vielen Live-Interpretationen von HipHop-Beats leider verloren. Nicht so an diesem Abend in der Heldenbar: Wiesemann veredelt die Songs mit verspielt-jazzigen Piano-Passagen, Rupperts Saxophon dröhnt Sehnsucht und der Bass brummt lässig: „Baby, ich bin da.“

Caspar van Meel am Bass und Phillip Zdebel am Bass.

Koriphäen der polnischen HipHop-Szene, wie die meisterhaft melancholischen Gramatik, seien zwar als Legenden immer noch hoch angesehen, doch in den letzten Jahren habe sich die Szene sehr viel weiter entwickelt, erzählt Dopieralski. „Inzwischen gibt es da fast alles“, sagt er. Er muss es wissen, als Produzent DrumLinaz hat er auch einen Beat für den polnischen Erfolgsrapper O.S.T.R. gebastelt - dessen Album „Haos“, auf dem auch Dopieralskis Produktion zu Hören war, erreichte dort Platinstatus. 

Sein eigenes Schaffen am Mikrophon betrachtet der zwischen Polen und Deutschland pendelnde Dopieralsi eher als Hobby neben seinem eigentlichen Job, der Schauspielerei. Eigentlich schade – denn um sich von der musikalischen Bandbreite begeistern zu lassen, braucht man nicht einmal die polnischen Texte zu verstehen. Immerhin: weitere Konzerte stehen an. Zu Beispiel bald in Köln, der Termin steht noch nicht fest.  

Dominik Lenze

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