Das Festival verspricht, ein Höhepunkt des Musikjahrs in Nordrhein-Westfalen zu werden. In den dreizehn Veranstaltungen zwischen 24. Oktober und 7. November sind allein sechs Uraufführungen zu erleben. Aber nicht nur das Neue macht den Rang eines Festivals aus, dem in der weiteren Umgebung höchstens die leider 2025 aufgegebenen Acht Brücken auf Augenhöhe begegnen konnten. Now! ermöglicht auch die (Wieder-) Begegnung mit Schlüsselwerken der Moderne – von ihren Ursprüngen bis zum Entstehen von Musik in unmittelbarer Gegenwart.
Lokal vernetzt
Wichtig ist für Philharmonie-Intendantin Marie Babette Nierenz und den künstlerischen Koordinator des Festivals Günter Steinke die Vernetzung in die lokale Szene: Ohne die Zusammenarbeit mit der Folkwang Universität der Künste, dem Landesmusikrat NRW und der Gesellschaft für Neue Musik Ruhr wäre die Veranstaltungsreihe in dieser Qualität nicht möglich. Bei der Vorstellung des Programms erwähnte Nierenz ausdrücklich Förderer wie die Kunststiftung NRW und die Ernst von Siemens Musikstiftung. Dass das Kulturministerium NRW die Reihe unterstützt, sollte eigentlich selbstverständlich sein, bedarf aber offenbar in Zeiten prekärer Etats ausdrücklicher Hervorhebung.
Grenzen der Wahrnehmung
Das Thema dieses Jahres, „Transzendenz“, will keinen expliziten Bezug zu einer göttlichen Sphäre herstellen, sondern meint eher das Überschreiten der Grenzen der Wahrnehmung und der Genres. Aber es öffnet auch Raum für Spiritualität: Mark Andre ist bekannt für ein christliches Fundament, von dem aus er seine Klangerkundungen entwickelt. Eines seiner Hauptwerke der jüngeren Zeit, „rwh 1-4“ ist mit dem Ensemble Modern und weiteren Partnern in der Essener Philharmonie unter Ingo Metzmacher zu hören (1.11., 19 Uhr ). Zuvor erklingen im Museum Folkwang Andres „Vier Stücke für Klavier“ in einem Konzert mit Studenten der Folkwang Universität (16 Uhr). Eine Uraufführung von Mark Andre („Im Entsiegeln“) für Sopran und Orchester bietet ein Konzert in der Philharmonie, u.a. mit Werken von Rolf Riehm und Morton Feldman (am 6.11.). Stockhausen und Zimmermann stehen ebenfalls in der Philharmonie auf dem Programm (31.10.).
Now! Festival 2026 – Transzendenz | 24.10. bis 7.11. | Philharmonie Essen u. weitere Orte | Info
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