In der internationalen Pianistenszene gilt Rudolf Buchbinder als herausragende Persönlichkeit. Der 79-jährige österreichische Musiker wurde mit vielen Auszeichnungen geehrt, etwa erhielt er 2020 den Opus Klassik für sein Lebenswerk. Er ist unter anderem Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker, der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, der Wiener Konzerthausgesellschaft, der Wiener Symphoniker und des Israel Philharmonic Orchestra. Seit 2007 ist er zudem künstlerischer Leiter des renommierten Grafenegg Festivals in Niederösterreich.
Bekannt ist Buchbinder für Interpretationen der Wiener Klassik, besonders für Aufnahmen der Klavierwerke Ludwig van Beethovens. So wundert es nicht, dass er ein Werk dieses Komponisten bei seinem Gastspiel mit im Gepäck hat: die „Appassionata“ in f-Moll (Opus 57). Sie ist ein Höhepunkt von Beethovens Schaffen und stellt einen Wendepunkt innerhalb seiner Klaviersonaten dar. Die Sonate gilt als eine der technisch schwierigsten Beethovens. Das Klavier agiert wie ein Orchester, was zu einer massiven Klanggewalt führt. Zusätzlich stellt sie an den Pianisten weitere hohe Anforderungen, weil die emotionale Spannung nie nachlassen sollte bei gleichzeitiger klarer struktureller Herausarbeitung.
Franz Schuberts letzte Sonate (B-Dur, D 960) gilt als Höhepunkt seines Klavierschaffens. Sie wird als eine der schönsten Sonaten bezeichnet, die nach Beethoven geschrieben wurden. Bekannt ist sie für ihre innere Ruhe, ihre lyrischen Themen und unerwarteten harmonischen Wendungen. Wegen ihrer emotionalen Tiefe und der Balance zwischen technischer Ruhe und tiefgründigem Ausdruck ist sie eine große Herausforderung für Interpreten.
Eröffnen wird Buchbinder den Abend mit Wolfgang Amadeus Mozarts populären zwölf Variationen in C-Dur über das Lied „Ah, vous dirai-je Maman!“ (KV 265). Das Werk ist bekannt für seine Verspieltheit, den Ideenreichtum und die Virtuosität. Es verwandelt ein einfaches Volkslied, bekannt als „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, in ein pianistisches Feuerwerk. Das Stück gilt als Paradebeispiel für Mozarts Fähigkeit, einfache Melodien durch komplexe Variationen aufzuwerten, ohne den Charme des Originals zu verlieren.
Das Konzert wird für den WDR 3 aufgezeichnet. Der Sendetermin steht noch nicht fest.
Rudolf Buchbinder | Mi 3.6. 20 Uhr| Historische Stadthalle Wuppertal | www.stadthalle.de
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