Gitarrenriffs aus Ghana: Santrofi heizen die Jahrhunderthalle ein
Foto: Eric van Nieuwland

Multikulti vor Industriekulisse

27. Mai 2022

Festival Ruhr International in Bochum

Es ist die mittlerweile sechste Auflage, die Ruhr International nach zu vielen Corona-Pausen feiert. An zwei Tagen treten unterschiedliche Künstler:innen auf den Bühnen rund um die Bochumer Jahrhunderthallte auf. Den Anfang machen bereits am frühen Samstagnachmittag (ab 14.30 Uhr) „Beats for Peace“, veranstaltet vom WorldBeatClub e.V., der politischen Aktivismus und musikalische Lebensfreude verbindet. Unter anderem legen die DJs Kosta Kostov und POK ihre Platten auf.

Wer zwischendurch das Tanzbein ausruhen will, kann die Ausstellung „Arbeitsvisionen“ besuchen. Die Regisseurin sowie Autorin Emel Aydoğdu und der Dokumentarfotograf Serkan Akın präsentieren darin die Ergebnisse ihrer viermonatigen Recherche. Mit der Kamera haben sie Beschäftigte während der Coronapandemie begleitet und ihre Erfahrungen aus Kurzarbeit, Insolvenz und Arbeitslosigkeit dokumentiert.

Auch der Samstagnachmittag bietet ein abwechslungsreiches Programm, darunter Spoken-Word-Kunst mit der Slammerin Daniela Sepeheri. Rassismus, Sexismus, aber auch Fluchterfahrungen ziehen sich als Motive durch die Texte der gebürtigen Paderbornerin. Ihr Programm signalisiert bereits im Titel Ironie: „Linksgrünversiffte Poesie“.

Und natürlich darf auf der Bühne nicht eine Bochumer Musikgröße fehlen: Hüsnü Işık zelebriert am Samstag mit seiner Band türkische Melodien. Wie immer spielt Işık auf seiner Bağlama auch eigens komponierte und geschrieben Stücke. Danach erhalten alle Gäste noch die Möglichkeit, die Tanzfläche vor der Outdoorbühne zu besuchen, untermalt von funky Blues-Rock aus Marokko. Bevor die Pop-Avantgardisten der ghanaischen Band „Santrofi“ auf der Indoor-Bühne die E-Gitarren sprechen lassen.

Ähnlich geht es am Sonntag weiter: zunächst mit Texten, die an den faschistischen Terroranschlag in Hanau erinnern, oder einer von X-Vision Ruhr organisierten Talentschmiede. Am frühen Sonntagabend lässt die brasilianische Band „Francisco, El Hombre“ vermeintlich kontrastreiche Musikelemente aufeinanderprallen: südamerikanische Folklore trifft Punk. In ihren Songs kritisiert die fünfköpfige Band den politischen und wirtschaftlichen Machtklüngel von Bolsonaro und anderen Konsorten.

Ruhr International - Das Festival der Kulturen | 28., 29. Mai | Jahrhunderthalle Bochum und Umgebung | Kontakt: 0234 610 30

Benjamin Trilling

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