Spätestens mit der Pop- bzw. Rockmusik haben sich Maschinen-ähnliche Rhythmen in der kommerziellen Musikwelt etabliert. Mit Erscheinungen wie Techno und Rap fiel die Musik ganz in die Hand von Musikproduzenten, die sich nun aus elektronischen Bausteinen wie aus dem Lego-Kasten bedienten – eine Arbeit, die weit ab jedes Kunstsinns auch an die Tätigkeit in großen Maschinenhallen erinnert. In einem Marathon, selbst vom Ursprung her eine schweißtreibende Konditionsleistung, erinnern jetzt Meister der Perkussion, Legenden des Jazz wie die Miles-erprobte Marilyn Masur oder das Urgestein der Fusionmusik Billy Cobham, wie die Trommeln in den verschiedensten Kulturen und Künsten den unwiderstehlichen Reiz einer Live-Performance veredeln können.
Zu Betriebszeiten der Zeche war die Kaue, ein übererdiger Bau über dem Schacht, kein Ort von großem Trubel. Eigentlich war jedes unnötige Geräusch verboten, die Ohren galten als zusätzliche Warnlampen der Bergleute. In der Waschkaue, in der jetzt die Musiker ihr zwölfstündiges Konzert abhalten, sollte sich gepflegt und erholt werden. Der angestrebte Marathon geht da noch etwas weiter: Unterhaltung wird groß geschrieben, aber auch der Blick auf die Vielfalt möglicher Umgebungen für die Perkussion, deren Erscheinungsbild so bunt und so alterslos wie die Menschheit selbst ist, wird geöffnet.
Es ist nicht verwunderlich, dass die beiden besonders laut klingenden Namen des Trommeltages auf die Jazzgeschichte verweisen. Marilyn Masur zählt zu den wenigen europäischen Musikschaffenden, die vom zu Lebzeiten bereits legendären Miles Davis während der 1980er in die Band berufen wurden. Als sie vor genau fünfzig Jahren ihre erste Band gründete, spielte sie noch Klavier. Die Dänin wurde am Schlagzeug ein Weltstar. Auch Billy Cobham streifte die Fusion-Band von Miles Davis, er zog aber weiter zum Mahavishnu Orchestra, knackige Weltmusik und eine zuvor selten gehörte virtuose Technik wurden sein Markenzeichen. Aber der Marathon beschränkt sich nicht auf den Jazz. Sogar eine Klaviersonate mit Schlagzeug von Bartók, Solowerke von Stockhausen, Morton Feldman und Xenakis werden präsentiert, klassische Instrumente wie Tonbak und Daf sorgen für leise Töne, Balafon trifft auf Schlagzeug. Und Masur und Cobham improvisieren ihre Drum-Soli: Stars in der Waschkaue.
Schlagzeugmarathon | 26. - 27.8. | PACT Zollverein | 0201 289 47 00
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