Ein gelungenes Finale ist schon der halbe Erfolg. Selten wurde dies so eindeutig unter Beweis gestellt, wie bei der jüngsten Operetten-Produktion der Dortmunder Oper. Geschlagene zweieinhalb Stunden dümpelt „Der Graf von Luxemburg“ in einer weitgehend uninspirierten und altbackenen Inszenierung von Thomas Enzinger vor sich hin, da gelingt am Ende doch noch die Wende zu einem recht amüsanten Endspurt. Nicht unbedingt der Regie ist diese glückliche Wendung zu verdanken, sondern einer Sängerin in einer eher kleinen Rolle, die aber eine solche Präsenz auf der Bühne entfaltet, dass sie das Publikum im Handumdrehen um den Finger wickelt.
Johanna Schoppa ist als russische Gräfin Stasa für die komische Schlusspointe des Lehár-Dreiakters zuständig. Zugegebenermaßen ist Schoppas Rolle außerordentlich dankbar. Als resolutes, Zigarre rauchendes Mannsweib ist sie der personifizierte Alptraum des Fürsten Basil, der sich eigentlich mit Hilfe des verarmten Grafen von Luxemburg die junge Angèle angeln wollte. Schoppas ausgiebiges Extempore allerdings, in dem sie das Publikum erst zum Mitsingen bringt und dann in einem Rundumschlag ein ganzes Bündel tagespolitischer Themen vom Facebook-Exhibitionismus bis zum Formtief der Borussia überaus witzig abhandelt, ist eine echte Meisterleistung.
Am ehesten hätte man einen solchen Auftritt wohl von Hannes Brock erwartet, der als Fürst Basil die Rolle des Komikers hat. Und Brock spielt mit ausgefeiltem russischen Akzent auch wirklich gut. Allerdings gibt ihm die Regie nicht allzu viel Gelegenheit, seine komödiantischen Talente zur Geltung zu bringen. Überhaupt bleiben die komischen Lichtblicke überaus rar in den ersten beiden Akten – was auch daran liegt, dass die beiden jungen Tenorhelden Lucian Krasznec als Graf René und Fritz Steinbacher als Maler Armand zwar schön singen, als Darsteller aber reichlich steif wirken. Ebenso wenig fällt der Regie für Publikumsliebling Julia Amos in der weiblichen Hauptrolle der Angèle ein.
Einzig Mirella Hagen sorgt als Juliette ab und an für ein wenig Action in der Szene.
So sei dieser „Graf von Luxemburg“ nur echten Lehár-Fans ans Herz gelegt, denen eine musikalisch gelungene Aufführung reicht. Denn an Musik und Gesang bleiben unter Leitung von Motonori Kobayashi kaum Wünsche offen.
„Der Graf von Luxemburg“ | R: Thomas Enzinger | 5./14./16.2., 6./14./28.3., 12./17.4., 4.5. | Theater Dortmund | Infos: 0231 50 27 222
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