Mitte September wurde auf der B236 in Dortmund ein mit 39 km/h tuckernder Traktor gestoppt, zum Leidwesen des uneinsichtigen Fahrers. Die auf autobahnähnlichen Straßen geltende Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h erreichte er zwar nicht, schuld daran war wohl sein maroder Anhänger, der auf 25 km/h beschränkt war. Hätte er diesen verloren – laut Polizeibericht fehlte dazu dank der unzulässigen Beladung mit acht Tonnen Gewicht auch nicht mehr viel – wäre er mit dem nicht zugelassenen Traktor bestimmt viel flotter verduftet. Wer dem betreffenden Landwirt nun Stur- oder gar Dummheit unterstellt, liegt falsch. Wir vermuten dahinter eine politische Aktion, wie bei den Protesten von Milchbauern in Brüssel. Ob der Bauer auch besonders dicke Kartoffeln auf die Beamten warf, konnte nicht bestätigt werden.
Um hochindustrialisierte Landwirtschaft und rurale Strukturen im urbanen Raum geht es in unserem Monatsthema VOGELFREI. U.a. über die neue Gefahr leichtflüchtiger Pestizide besonders für den ökologischen Anbau sprechen wir mir GERALD WEHDE, Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss von Bioland e.V.
Auf den Straßen NRWs sind zwar klapprige Traktoren unterwegs, aber noch keine monströsen Giga-Liner. Geht es nach Spediteuren und Herstellern, könnte sich das bald ändern. Warum, weiß unsere Rubrik GRÜNE SEITEN.
Die Bühnen sind inzwischen mit Vollgas in die neue Spielzeit gestartet. Im Sandkasten der niederen Instinkte siedelt Roberto Ciulli seine Inszenierung von RÜCKKEHR IN DIE WÜSTE an, wir waren bei der Premiere in Mülheim dabei. Die Highlights der Wintersaison auf PACT Zollverein in Essen entlocken wir JANNE TERFRÜCHTE im Interview.
Im KUNSTMUSEUM BOCHUM regiert derzeit nicht das raue Gesetz der Straße, sondern das ROUGH LAW OF GARDENS. Installationen des israelischen Bildhauers Nahum Tevet sind in einer Doppelausstellung mit Olaf Holzapfel zu sehen. Auch Hagen begehrt ab 9.10. mit der künstlerischen Installation URBAN LIGHTS RUHR auf, um neue Perspektiven auf den öffentlichen (Stadt)Raum zu werfen und Impulse für ein Leben nach dem Industriezeitalter zu geben.
Nicht Zukunftsplanung, sondern Geschichtsbewältigung ist das Anliegen von unserem Film des Monats THE LOOK OF SILENCE. Regisseur Joshua Oppenheimer blickt nach „The Act of Killing“ erneut mit einer mutigen und klugen Doku auf den 1965 in Indonesien verübten Genozid. Vergangenheitsbewältigung in Nachkriegsdeutschland ist das Thema von DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER. Regisseur LARS KRAUME begeistert sich im Gespräch zum Film für seinen rebellischen Titelhelden und verrät, dem er statt eines Biopics einen Politthriller gewidmet hat. Rebellische rollen stehen auch BENICIO DEL TORO. Im Interview spricht er über den Vorteil von Rollen mit Lerneffekten und seinen neuen Film A PERFECT DAY.
Das alles lest ihr auf Papier oder im E-Paper.
Zum Abschluss unser verkehrstechnischer Rat für den feuchten Herbst: dumme Bauern sollten ihre dicken Kartoffeln nicht werfen, sondern lieber Schnaps daraus brauen und dann die Hände weg vom Steuer lassen.
Gute Fahrt,
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