In einem weitläufigen Bochumer Einkaufszentrum stimmte etwas nicht. Bei aller Smartphone-Vernarrtheit weiter Bevölkerungsteile, das war neu: überall, unabhängig voneinander Familien, Pärchen und Freundesgruppen, die wie hypnotisiert wandelten, jeder Mensch den Blick aufs eigene Display gesenkt; ein Hüne hielt ein, orientierte sich stiernackig; eine elegante Frau wich traumwandlerisch Dekorsäulen aus. Wie Fremdkörper wirkten jene, die ohne gezücktes Medium einfach da waren. Knallbunte Bildschirme legten einen Verdacht nahe, der sich bestätigte: „Pokémon Go“ hielt die Menge im Bann. Der Tag war zum Community-Event ausgerufen, und die Community hatte Glück: in der Sommersonne durfte sie GPS-basiert virtuellen Pikachus & Co nachspüren. Fast stellte sich Bewunderung ein, kam es doch weder zu Gedränge noch Kollisionen, und der Gedanke kam auf, das Spiel schule ungeahnt Wahrnehmung und Koordination. Davon kam ich wieder ab als jemand brummte: „Hey, aufpassen! Hier geht auch noch jemand.“ Smartphones kamen dabei nicht zu schaden.
Gedränge herrscht dagegen gewiss auf dem Wohnungsmarkt, unter SeniorInnen zumal, gibt es hierzulande doch nicht annähernd genug altersgerechten Wohnraum. Im Monatsthema EWIG JUNG fragen wir, was darum zu tun ist. Die Kommunikationsberaterin KATHLEEN BATTKE spricht mit uns über individuellen und gemeinschaftlichen Umgang mit dem Altern.
Thorsten Bihegue inszeniert am Theater Dortmund Theresia Walsers EIN BISSCHEN RUHE VOR DEM STURM. Peter Ortmann erlebt eine Groteske über den Umgang mit Nazis, die auch den Schauspiel- und Theaterbetrieb aufs Korn nimmt. Er rät: Hingehen! OLAF KRÖCK blickt im Interview zurück auf seine ausklingende Intendanz am Bochumer Schauspielhaus und voraus auf seine kommende bei den Ruhrfestspielen. Ein Gespräch über dynamisches Theater und das Hinterfragen des Heimatbegriffs.
Im Rahmen des siebzehn Ausstellungsinstitute übergreifenden Projekts „Kunst & Kohle“ zeigt das Duisburger Lehmbruck Museum mit SCHWARZ IST GOLD eine Ausstellung mit sehr unterschiedlichen KünstlerInnen. Thomas Hirsch stößt auf einige großartige und eindrucksvoll inszenierte Werke. Das Folkwang Museum Essen zeigt die erste große Einzelaustellung des verstorbenen italienischen Fotografen LUIGI GHIRRI außerhalb seines Heimatlandes. Peter Ortmann entdeckt einen außergewöhnlichen Künstler, dessen nüchterne Inszenierung auch den Bezug zwischen Bild und Realität hinterfragt.
Film des Monats ist Samuel Maoz’ tragikomischer Antikriegsfilm FOXTROT. Die Geschichte um eine Familie, deren Sohn beim israelischen Militär dient, wurde politisch kontrovers diskutiert. Die Schauspielerin MALA EMDE spielt die weibliche Hauptrolle in Hans Weingartners Roadmovie „303“. Vor dem Kinostart spricht sie mit uns über gelernte und improvisierte Dialoge und darüber, was sie an historischen und an aktuellen Stoffen gleichermaßen fasziniert.
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