Vorerst eine Zukunft ohne Schuhkarton, das Duisburger Museum Küppersmühle
Foto: Manfred Walkobinger, Wien

Vom Kubus zum Luftschloss

11. Juli 2012

Endgültig: Baustopp am Kubus der Kuppersmühle – Kunst in NRW 07/12

Gestern, am 10.7., berichtete die WAZ auf ihrem Online-Portal, dass die Städtische Wohnungsgesellschaft Duisburg, die Gebag, alle Baumaßnahmen an der Duisburger Küppersmühle stoppt. Damit ist wahr geworden, was von der Wohnungsbaubehörde vor zwei Monaten noch hartnäckig verneint wurde. Stattdessen ließ man neue Pläne erstellen. Inzwischen pendelt die Kostenbelastung zwischen 50 und 69 Millionen bei Realisierung des Projektes. Ausgang für den Baustopp sind die mangelhaften Schweißarbeiten der Baufirma am Stahlgerüst des Glaskubus, der auf das bestehende Museum Küppersmühle draufgesetzt werden sollte. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Duisburg wegen Baugefährdung. Peter Griebeling (CDU), stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat der Gebag, sprach gar von „kriminellen Machenschaften“.

Welche Alternativen sind möglich?
Mit dem Baustopp will sich aber auch die Gebag aus dem Abenteuer Küppersmühle zurückziehen und den Kubus an das Sammlerehepaar Ströher abtreten. „Die Gebag ist im Moment nicht soweit, dass sie eine Alternativlösung anbietet. Das ist nicht ihr Kerngeschäft, sondern wir möchten gerne die Küppersmühle an die Kunstsammler abgeben“, so Peter Griebeling. Diese Entscheidung solle „zeitnah geschehen“, evtl. schon im August, hofft Griebeling. Ursprünglich sollte der Kubus samt Bestand 2021 an das Sammlerpaar übergehen. Im Raum steht noch die Frage, ob ein neuer Kubus auf den Museumsbau kommen wird, oder ob es eine „Bodenlösung“ geben wird. Diese sei allerdings wegen der Nähe zur A59 bisher immer problematisch gewesen, erklärt das Mitglied des Aufsichtsrates. Hierfür müsse auch das Straßenbauamt NRW an den Verhandlungstisch geholt werden. Ebenso fraglich bleibt nach dem bisherigen Fiasko die Sponsorenlage. Evonik ist bereits abgesprungen, und ob das Sammlerpaar Ströher den Bau komplett alleine finanziert, ist zweifelhaft.

Ermittlungen wegen Baupfusch
Wegen des Pfuschs am Kubusbau ermittelt momentan die Duisburger Staatsanwaltschaft. Ob die Planungen des Schweizer Architektenbüros Herzog & de Meuron Gegenstand der Untersuchungen sind, wurde bisher noch nicht bestätigt.

Dawid Kasprowicz

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