Am 21.4. startet der Truck Track Ruhr in Oberhausen
Foto: Volker Hartmann

Nach Tunesien, an die Ruhr oder in menschliche Abgründe

16. April 2016

Bühnen-Vorschau: Truck Tracks Ruhr, Theater an der Ruhr MÜ & Rottstr5-Theater BO

Es ist kein gewöhnliches Album, das am Donnerstag, 21. April erscheint: Offiziell als „Album Oberhausen“ bezeichnet, startet die erste Tour von Truck Tracks Ruhr am Theater Oberhausen. Auf einem zum fahrbaren Zuschauerraum umgebauten LKW werden bedeutsame Orte im Revier angesteuert und damit Altbekanntes in eine neue, faszinierende Welt verwandelt. Die Künstler, die mit ihren Hörspiel-Beiträgen dafür sorgen, sind unter anderem die Berlinerin Anna Habermehl, Enoch Cheng aus Hong Kong und der Oberhausener Martin Kindervater. Das Ergebnis wird ein ästhetisches Erlebnis der besonderen Art, das hängen bleibt. Zumindest bei unserem Autor Peter Ortmann, der das Vorgänger-Projekt miterlebt hat. Von Donnerstag an fährt der Truck bis zum 10. Mai fast täglich durch Oberhausen, je ab 18 Uhr.

Wer also am Donnerstag keine Zeit für den Truck Track hat, findet leicht einen Ausweichtermin. Schließlich bietet jener 21. April noch ein weiteres Theater-Highlight, und zwar im Theater an der Ruhr in Mülheim: Violence(s), ein Stück des tunesischen Autors und Regisseurs Fadhel Jaïbi und seiner Partnerin Jalila Baccar. Die beiden Koryphäen des tunesischen Theaters werfen einen Blick auf die Gesellschaft jenes nordafrikanischen Staates, der als einziger als Demokratie aus der Arabellion hervorgegangen ist. Von Euphorie kann hier aber keine Rede sein: Es geht um die Verrohung der tunesischen Gesellschaft, um blutige Gewalttaten und Verbrechen, von denen wir hier nichts wissen wollen. Im Anschluss gibt es ein Foyergespräch mit den Künstlern und Professor Dr. Christian Pfeiffer, dem meistzitierten und Lieblings-Kriminologen der deutschen Presse. Das Stück beginnt um 19.30 Uhr.

Wer Herrn Pfeiffer einmal über kulturelle Themen wie beispielsweise Musik und die Gamer-Szene hat sprechen hören, kann zumindest Gewalt-Fantasien nachvollziehen. Aber wer diesen dann doch frönen will, der ist am Freitag, 22. April bestens in Bochums Underground-Bühne an der Rottstraße 5 aufgehoben: An diesem Abend mimt Felix Lampert wieder den American Psycho Patrick Bateman. Funktioniert der blutige Klassiker von Bret Easton Ellis auch auf der Bühne? Wir meinen: Ja. Lesen Sie hier unsere Rezension. Los geht's um 19.30 Uhr.

Truck Tracks Ruhr | Konzept: Rimini Protokoll | Do 21.4. bis Sa 30.4. je 18 Uhr | Theater Oberhausen | www.trucktracksruhr.de

Violence(s) | R: Fadhel Jaibi | Do 21.4. 19.30 Uhr | Theater an der Ruhr Mülheim | www.theater-an-der-ruhr.de

American Psycho | R: Hans Dreher | Fr 22.4. 19.30 Uhr | Rottstr5-Theater | www.rottstr5-theater.de

Dominik Lenze

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