Auf der einen Seite der schmuddelige Campingwagen, gegenüber die grell erleuchtete Bühne. Zwischen den Polen agieren die Schauspieler, immer auf der Suche nach einer Sprache, mit der sie ihre Lebenssituation wenigstens beschreiben könnten. „Wir können also nicht mehr heucheln, dass uns die anderen Leben berühren. Und die Frage ist auch, wo berühren sie uns wirklich, also wo haben wir mit ihnen zu tun? (...) Da können wir noch so gute Menschen werden, es gibt Utopien, die nicht zu organisieren sind. Schon gar nicht durch Ethik und Moral.“ (René Pollesch)
Die im letzten Jahr erfolgreich gestartete Ruhrtrilogie wird open air in Mülheim fortgesetzt. Im zweiten Teil durchleuchtet der Autor und Regisseur René Pollesch in gewohnt scharfsinniger Manier die gegenwärtigen Arbeits- und Lebenswelten in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit. Insbesondere im Ruhrgebiet ist nicht zu übersehen, was es für die Menschen und Städte bedeutet, wenn „die Arbeit“ fast flächendeckend wegbricht. Fragen und Probleme werden sichtbar, die andernorts vielleicht zurzeit noch marginalisiert werden können: Was bedeutet „Strukturwandel“? Welche informellen Strategien entwickeln sich, wenn auf nichts mehr Verlass ist und alles zur Disposition steht? Wer ist drinnen und wer draußen, und was heißt das für die sozialen Zusammenhänge? Pollesch bezieht kompromisslos Stellung und entwickelt eine andere Perspektive auf die Geschichten, die wir uns immer wieder erzählen, in denen wir selbst aber schon lange nicht mehr vorkommen. Seine Theaterabende stehen für eine einzigartige Ausdrucksform, die tatsächlich etwas über heutige Subjekte erzählen kann. Dabei interessiert es ihn herauszufinden, wie man überhaupt über etwas reden kann, jenseits der „männlichen, weißen Mittelstandsposition, die immer das Glück bei den anderen findet.“
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