„Orest“
Foto: Martin Kaufhold

Wenn Götter irren

28. September 2014

„Orest“ am Prinz Regent Theater

Laut stampfen die Atriden die mächtige weiße Treppe hinab ins kleine Colosseum des Prinz-Regent Theaters. Der letzte trägt eine Axt. Es ist Orest. Sohn des Agamemnon und auf seinem Rachefeldzug. Theaterchefin Sibylle Broll-Pape inszeniert in ihrer letzten Saison in Bochum die Bearbeitung des antiken Stoffes von John von Düffel. Der hat Sophokles’, Aischylos’ und Euripides’ Epen vom Göttermüll befreit und in „Orest“ auf den Kern geschält. Mit einer klaren Dramaturgie, schlichten visuellen Bildern und einer gekonnten Choreografie schafft sie eine exzellente konzentrierte Analyse eines Fluchs, der im Massenmord kulminiert, obwohl Schuld und Vergeltung, Ursache und Wirkung keineswegs eindeutig sind. Dabei schafft es von Düffels Sprache den Geist der Antike lebendig zu halten, die Regie im Prinz Regent Theater mit wenigen Mitteln die Zeit so zu verwischen, dass selbst die Kriegsvideos aus aktuellen Brennpunkten am Schluss und Menelaos’ Handy absolut folgerichtig erscheinen.

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