Ein Sandkasten auf der Bühne. Sprenggürtel am Kleiderhaken. Vier Personen, die einen politischen Konflikt ausleben, der zwar aktuell, aber ohne geografischen Bezugspunkt zu sein scheint. Es ist die Geschichte zweier Selbst mord - attentäter, die den Befehl zum Töten be kommen und nun die letzten Stunden ihres Lebens verbringen. Das Stück, adaptiert nach Hany Abu- Assads gleichnamigem Film, soll den Zuschauern einen tiefen Einblick in die Lebens- und Denk - weisen von Menschen gewähren, die oft genug nur als fanatische Monster oder blutrünstige Mörder gesehen werden. Während es im Film „Paradise Now“ (2004), gedreht im West - jordanland, dezidiert um den israelisch-palästi - nensischen Konflikt geht, hat Regisseu rin Judith Ittner die Auseinandersetzung zwischen Be - satzer und Besetzten in einen bildhaften Nicht- Ort fast ohne Requisiten versetzt. Die Text - vorlage stammt von Konradin Kunze, der sie für das Junge Schauspielhaus Hamburg schrieb. Said und Khaled (Arne Obermeyer und Sebas - tian Thrun) wollen Märtyrer werden, weil das aus ihrer Sicht die einzige Option im Kampf gegen den übermächtigen Feind scheint. Und natürlich locken die Versprechungen ihres geistigen Führers Jamal über das Paradies. Wie brüchig der scheinbare Fanatismus ist, wie schnell die Zielgerichtetheit bei den jungen Menschen nachlässt, wird klar, wenn Suha, die Tochter eines echten Befreiungskämpfers, auftaucht und den latenten Heldenmut im Sand - kasten relativiert und kritisiert. Dass sich Said zusätzlich in sie verliebt, scheint die Aktion im Feindesland zu gefährden. Da greift Mullah Jamal ein. Das schöne Bühnenbild wird leider durch die nicht gelungene Choreografie der Schauspieler entwertet, die kommen und gehen, bleiben und spielen – aber ohne dramaturgische Rich - tung. Das nervt auf Dauer ziemlich, da auch die Bühnenfassung leider nicht ganz an die Intention des Films heranreichen kann. Vieles bleibt unsauber.
Prinz Regent Theater Bochum:
Paradise now
Mi, 12.5., 20 Uhr
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