Stefan nennt ihn niemand, er ist und bleibt Stoppok, ein Name, der sich anhört wie eine von Loriot erfundene Tiergattung: Ein Stoppok geht aufrecht durch Konzertsäle, hält sich von Dumpfbacken fern und lebt von der Musik, die er mal alleine, mal mit seiner Band macht. Er meidet den Mainstream wie der Teufel das Weihwasser und lässt sich nicht vor fremde Karren spannen. Der 1956 in Hamburg geborene und in Essen aufgewachsene Musiker erhält den Deutschen Kleinkunstpreis 2015 in der Sparte Chanson/Lied/Musik, womit die Jury des Mainzer Forum Theaters unterhaus einen Künstler auszeichnet, „der in seinen Liedern die deutsche Sprache mit dem Blues verbindet. Stefan Stoppok – ein Interpret und Rockmusiker, der in seinen Liedern die poetische Seite des Alltags vermittelt. Seine politischen Statements trägt er mit Witz und Verve vor.“
Stoppok gastiert mit seinem Solo-Programm „Lichterketten und Leuchtsterne“ am 21.12. im Theater Marl und am 22.12. im Oberhausener Ebertbad: ein Abend, in dem garantiert keine salbungsvolle vorweihnachtliche Stimmung aufkommt. Stoppok legt vielmehr sein musikalisches Veto gegen die hirnverbrennende Dekorationswut ein. In Zeiten weltweiter Kriegsverbrechen lullt man den potenziellen Konsumenten hierzulande mit leuchtenden Nikoläusen ein: Das Volk, der alte Lümmel, will es ja nicht anders.
Ebenfalls mit dem Deutschen Kleinkunstpreis des Mainzer unterhauses ausgezeichnet wird Matthias Egersdörfer, ein Künstler, „der die Welt mit grantigem Blick betrachtet und mit anarchischer Urigkeit kommentiert; ein Berserker auf der Bühne, überläßt er das Lachen dem Publikum, das er ebenso von Herzen liebt wie beschimpft. Im Spannungsfeld aus rustikaler Bodenständigkeit und pointiertem Erzählen entsteht Kunst“, so die Begründung der Jury.
Wohl wahr: Da steht der Mann mit dem knallroten Hemd aus Mittelfranken auf der Bühne, begrüßt das Publikum mit einem gemütlichen „Gutn Obend“ und erzählt ausführlich davon, wie wichtig der Kaffee am Morgen für ihn sei. Manchmal bereitet er sich einen auch mitten in der Nacht zu. Womit die Geschichte „Vom Ding her“ – so der Titel des Programms – ihren dramatischen Lauf nimmt. Man erfährt, wie die häuslichen Wurzeln seinen Charakter geformt haben, woher die Qualifikation zum missmutigen Blick auf die Welt stammt und wieso er gerne herumbrüllt („schreiende Frauen kann ich in- und auswendig“). Als er schließlich einen Wutanfall bekommt, weil die Milch im Kühlschrank sauer ist, packt ihn seine Frau kurzerhand am Schlafittchen und setzt ihn auf den Küchenschrank. Pause. Drei Monate verbringt er dort. Bis zu seinem Geburtstag. Dann holt sie ihn herunter. Womit die Probleme allerdings keineswegs gelöst sind – und der denkwürdige Abend am 11.12. im Bochumer Bahnhof Langendreer noch lange nicht vorbei ist.
Wer wissen will, was in den vergangenen Monaten geschehen ist, sollte sich am 13.12. ins Bocholter TextilWerk begeben, wo Florian Schroeder & Volkmar Staub ihre „Zugabe – Der kabarettistische Jahresrückblick“ präsentieren. Das Duo aus gereiftem Kabarett-Häuptling Staub, der stolz seine „korpulent Identity“ zur Schau trägt und jungem Spund Schroeder, der mit spielerischem Elan und Haaren auf den Zähnen keine Gelegenheit auslässt, das Publikum zu provozieren, unterhält mit Witz, Verve und gezielt platzierten Seitenhieben auf Gott und die gar nicht schöne Welt. Garantiert die stets über Tage lebende
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