Jedes Jahr Sommertheater. Natürlich. Die kommunalen Häuser haben Spielpause, die große RuhrTriennale in relativer Ferne, da schaut man mal um die Ecke. In diesem Jahr einmal Shakespeare gegen Boulevard, oder doch Shakespeare als Boulevard? Hauptsache draußen, Hauptsache Wald, Elfen und Kobolde. „Give me your hands, if we be friends and Robin shall restore amends.“ Na klar. Titania und Oberon haben mal wieder Unheil angerichtet und zwei Liebespaare müssen darunter leiden. Helena, die den Demetrius, Demetrius, der die Hermia liebt, doch Hermia liebt nur Lysander. Oberon hat ein Einsehen und lässt den unglücklich Liebenden durch einen Diener Puck helfen. Der macht alles verkehrt und natürlich verlieben sich die Falschen ineinander.
Die Naturbühne Hohensyburg koppelt die altbekannte Story auch noch an einen wundersamen Ort. Nimmt den Zuschauer mit in den Wald zum Kernpunkt des Geschehens. Lässt ihm Elfen zauberhaft um die Nase schwirren und stellt ihm die Szenerie so nah und echt vor Augen, dass er fast vergessen könnte, wo er sich befindet. Die Inszenierung will nicht polarisieren, macht den Traum nicht zum Albtraum, und doch wird der Sommernachtstraum entstaubt und tritt mutig in verträumter Optik und moderner Interpretation auf. Das impulsive, junge Ensemble verstärkt jedes Gefühl und vertraut so auf das eigentliche Herz der Geschichte.
Sollte es regnen, oder der geneigte Zuschauer den Wald nach dem Besuch der Spielbank eher fürchten, dann ist es nicht weit nach Hagen in das Theater an der Volme, einer alten Backsteinkapelle auf dem Elbersgelände in Hagen. Hier wird unter anderem in diesem Sommer ein großer Kriminalfall verhandelt.
Ein liebendes Pärchen, die anderes als Titania und Oberon ihre Zwistigkeiten mit der Maschinenpistole austragen. Auch Manni und Chantal (alias Bonnie und Clyde) träumen dort hinter den Bergen und dem bergischen Flüsschen vom großen Geld, sie wollen Heirat in Las Vegas und Rente in Südamerika. Dafür muss aber erst mal eine Bank geknackt werden. Das scheint gar nicht so schwierig zu sein, zumindest, wenn die Beifahrerin auf der Flucht wenigstens Straßenkarten lesen könnte und nicht ständig rechts und links verwechselte. Das Fluchtfahrzeug scheint nicht über ein Navigationsgerät zu verfügen. Dass sie schließlich in einem ehemaligen Schuhlager landen, ist noch das geringste Übel für die Möchtegern-Ganoven. Viel schlimmer ist, dass Chantal anstatt der Beute die Einkaufstüte einer Bankkundin mitgenommen hat. Also muss ein neuer Versuch gestartet werden, doch die Tücke liegt im Detail – sprich: in einem enormen Umweg zur Bank, einer plötzlich geballten Konkurrenz weiterer Bankräuber, blickdichten Strumpfmasken und einem leeren Tank. Auf die Idee zurück zur Hohensyburg zu laufen scheint niemand gekommen zu sein.
Ein Sommernachtstraum | 9.8.-14.9. | Naturbühne Hohensyburg, Dortmund | www.naturbuehne.de
Zwei wie Bonnie und Clyde | Premiere am 19.7. | Theater an der Volme, Hagen | www.theaterandervolme.de
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