Der Boden vibriert. Immer schneller prasseln die Schläge auf die großen Holztrommeln ein. Trommeln, die so wuchtig aussehen wie der voluminöse Klang, der ihnen entfährt. Barfüßig und mit einem breiten Lächeln drehen sich die Tänzer im Kreis, wirbeln mit den Armen im Takt und reißen das Publikum auf dem Dortmunder Friedensplatz sofort mit. Kanguka bedeutet ‚aufwecken’, erklärt Nkurunziza Ildephonse den Namen der Tanz- und Trommeltruppe Kanguka. „Haben wir euch aufgeweckt?“ Das rings um den Trommelplatz stehende Publikum antwortet mit ausgelassenem Mitwippen.
„Ich bin so traurig, dass ihr Burundi nicht kennt“, sagt Ildephonse. Er möchte, dass seine Liebe für Burundi auch auf die Zuhörer überspringt und holt den Rhythmus und die Lebensfreude von Burundi direkt nach Dortmund. Das Trommeln auf der Ingma haben die Trommler in Burundi gelernt. Heute leben sie alle verstreut in ganz Deutschland. „Ich habe mir meine Trommler aus dem ganzen Land zusammengesucht“, erklärt Ildephonse. Das schnelle, kraftvolle Trommeln wird von Tanz und dem Gesang begleitet. „Das Singen macht, dass die Trommel nicht so schwer ist“, erklärt er weiter – denn die Trommler transportieren die 30 bis 50 Kilo schweren Trommeln aus Holz und Kuhfell nach dem Konzert mit einem kleinen Stoffkranz auf dem Kopf davon. Und das mit einem Lächeln.

Genau wie bei Kanguka bringt auch das polnische Laboratorium Piensni traditionelle Lieder aus seinem Land mit nach Dortmund. Der Chor singt vom Magischen des Alltags, vom Leben und vom Tod, von Einsamkeit und Glück – und das alles in polnischen und russischen Dialekten. Sanft fließen die verteilten Stimmen dahin, wie der Fluss, von dem sie singen. Ebenso ruhig bewegen sich ihre Arme im Takt. Langgezogene Vokale lassen ihren Gesang fast wie aus einer anderen, einer mythischen Welt erscheinen. Immer wieder mischen sich Trommelschläge, das Klimpern von kleinen Glöckchen oder das sonore Wimmern eines Zuginstruments unter den sphärischen A-capella- Gesang.
Matthäus Schulz ist von dem ungewöhnlichen Schauspiel begeistert. Er kommt fast jedes Jahr aus Bottrop zum Microfestival. Über die polnischen Sängerinnen freut sich der gebürtige Pole ganz besonders „Das Lied über den Fluss weckt bei mir Kindheitserinnerungen“, sagt Schulz. Auch wenn er einige der Dialekte, in denen das Laboratorium Piensni singt, nicht versteht: Das Ungewöhnliche an ihrem Gesang fasziniert ihn. „Ich höre viel Weltmusik. An Popmusik hat man sich schnell statt gehört, aber bei Musik aus anderen Ländern entdeckt man immer etwas Neues.“ Für ihn ist das Microfestival wie für die zahlreichen anderen Besucher ein wahrer Abenteuerspielplatz für die Ohren.
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