Was verbindet wohl Aagaards weißes Michelin-Männchen mit Sailstorfers schwarzen „Wolken“ und echten wie artifiziellen Fossilien? Salzumkrustete Tanzpumps von Sigalit Landau mit Warhols doppelter Jackie Kennedy? Mischa Kuballs „5 Suns“ mit Op-Art-Scheiben von Marina Apollonio (1966), die rotierend einen Sog erzeugen? Faszinierende ästhetische Verwandtschaften lassen sich zwischen den rund 50 Kunstwerken aufdecken, die bis April die Kunsthalle Recklinghausen bevölkern. Scheinbar unsystematisch verteilt, ohne Berücksichtigung von Stil, Technik, Motiv, Intention und Entstehungszeit, kommunizieren sie miteinander. Was die Arbeiten darüber hinaus verbindet: Fast alle gehören der Kunsthalle, Erwerbungen aus 75 Jahren Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit, die sonst verborgen im Depot schlummern.
Zum Abschluss des Jubiläumsjahres 2025 hat Museumsleiter Anklam einen luftigen Parcours voller assoziativer Dialoge arrangiert. Gleich zu Beginn sorgen amüsante Begegnungen für gute Laune. Der erste Blick fällt im Erdgeschoss auf entzückende Porträtbüsten der ersten beiden Kunsthallenleiter, Thomas Grochowiak und Anneliese Schröder. Was die wohl zu ihren „Ebenbildern“ aus Beton von Erich Bödeker gesagt haben mögen? Ein lustig gefleckter „Hund“ des Recklinghäuser Bergmanns lockt durch die Schaufensterfront neugierige Blicke an. Bödekers Skulpturen korrespondieren mit dem Paradiesgemälde „Adam“ (inmitten bunter Tiere) im ebenfalls naiven Stil der Afroamerikanerin Vivian Ellis (1967). Im Raum dazwischen, auf einem Sockel, bildet die strenge Konzeptarbeit von Katja Aufleger einen aparten Kontrast – die schafft es 2011, den ganzen Globus in ein Buch zu packen,.
Vieles ist ein Wiedersehen mit Werken aus vergangenen Ausstellungen, die die Sammlung verstärkten, z. B. kleinformatige Ölmalerei auf Papier von Katharina Grosse, 1993. Oder das von Ayşe Erkmen 1991 eigens für die Kunsthallenwand entwickelte 18 Meter lange Wandrelief aus Heizstrahlern, Leuchtstoffröhren und Schnitzgravuren, das hier nach 35 Jahren zum zweiten Mal sinnliche Energie verströmt. Hinter allen Einzelwerken stecken kleine Geschichten, die beim Erkunden und Verknüpfen helfen – flott erzählt in der Begleitbroschüre, die man sich gönnen sollte. Je mehr man weiß, desto mehr entdeckt man, versteht und genießt.
Affinities – Neue Begegnungen in der Sammlung der Kunsthalle Recklinghausen | bis 6.4. | 02361 50 19 35
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