Ina Weber (*1964) und Vincent Tavenne (*1961) leben beide in Berlin, sie stellen in der gleichen Galerie in Köln aus und hatten 2008 eine dialogische Schau in einem Projektraum in Berlin. Im Dortmunder U nun, in der speziellen Situation des Schaufensters als begehbarem Areal und distanzierender Vitrine, ergänzen sie sich kongenial: Sie vermitteln die Qualitäten des jeweils Anderen. Beide Künstler arbeiten primär skulptural, mit der Architektur als fester Referenz. Ina Weber fokussiert im Modellformat einzelne Unorte des urbanen Raumes. In der Miniatur verknappt und schematisiert sie die Bauten und betont dadurch bestimmte Segmente, die nicht geklärt oder bereits vernutzt sind oder eine unangenehme Zeitlosigkeit besitzen. Vincent Tavenne arbeitet hingegen abstrakt; mit textilen Stoffen fertigt er zeltartige Konstruktionen an.
All das kennzeichnet nun auch die gemeinsam konzipierte installative Präsentation, auf Einladung des Museum Ostwall. Auf die Herausforderungen des Raumes reagiert Vincent Tavenne mit einem schwarzen netzartigen Gewebe, das in mehreren Lagen als Parcours mit einzelnen Raumteilen das Gefühl für Grenzen und Dimensionen aufhebt. Das Traumartige der einzelnen Abschnitte erhält durch je ein architektonisches Modell von Ina Weber, das auf einem schwarzen Sockel von oben angestrahlt ist, eine feste Substanz. Die Objekte besitzen hier eine Intimität und sogar Kostbarkeit, die das Banale des Keramikobjekts vergessen lässt. Sparsam ist der Einsatz von Farbe bei dieser Installation. Mit verschobenen ovalen Öffnungen hat Tavenne farbige Stoffe im Zentrum des Raumes über Kopfhöhe geschichtet. Damit korrespondiert an anderer Stelle wiederum eine Wolke aus farbigen Drähten, die, ebenfalls aus der Hand von Tavenne, als Erweiterung zu den Objekten von Ina Weber wirkt. Wie wirkungsvoll diese Installation aus vielen Teilen ist, bestätigt dann der Blick von außen: Vitrine und fernes Ereignis zwischen Höhle und Labyrinth sind hier eins – ein gelungener Beitrag zu dieser Reihe im Dortmunder U.
Ina Weber & Vincent Tavenne: „Weg nach Dort“ | bis 26.4. | Museum Ostwall im Dortmunder U | 0231 502 47 23
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