Mit meiner Zehnjährigen wollte ich in dieser Saison unbedingt zum BVB. Für mich war es 17 Jahre her, das Stadion in Dortmund besucht zu haben, für sie war es Premiere. Bei einem dahergelaufenen Straßenhändler in einer windigen Unterführung erwarb sich die Kleine einen Schal – der Gegenmannschaft. Von Mutter hatte sie gelernt, dass es nicht schicklich ist, wenn Freunde die gleichen Klamotten tragen. Und mein Hals war schwarz-gelb umwickelt. Im Stadion baute sich vor uns prompt ein Kleiderschrank auf.
„Sach mal, haste die Kleene nich‘ in Griff?“ wollte der leicht angetrunkene Riese von mir wissen. Gern hätte ich ihm meine Gedanken von repressionsfreiem Umgang mit Kindern, von Förderung selbstständigem Denkens und Handelns mitgeteilt. Die nackten massig tätowierten massigen Oberarme meines Gegenübers hielten mich ab. „Meine Tochter hat so ein großes Herz, die muss immer zu den Schwächeren halten.“ Der brummige schwarze Bär mit gelben Streifen zog daraufhin friedlich ab. Der BVB gewann an jenem Nachmittag 2:0 und verlor meine Tochter als mögliche Anhängerin. Sie ist nun überzeugter St-Pauli-Fan. Es gibt schlimmeres.
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