Seit über einem Monat rattert der goldene Melez-Zug nicht mehr auf den Schienen des Ruhrgebiets. Schade! Die Waggons waren immer prall gefüllt mit Publikum und mit unberechenbaren, unglaublichen und berührenden Programmpunkten: türkisch-griechische Sprachkurse im Zugabteil, Liebeslieder von Passanten, russischer Jazzpunk auf der Fahrt von Dortmund nach Dortmund … Jetzt herrscht wieder die Anonymität auf der oft quälend langen Verbindungsachse der länglichsten Metropole des Planeten. Die Reisenden sind autistisch beschäftigt mit ihren elektronischen Begleitern, die Ohren verstöpselt, die Finger an Tasten und den Blick auf Displays geklebt. Viele fliehen dieser Monotonie, indem sie sich mit ihrem Auto in das A40-Stillstehleben stürzen. Dabei ist der Beweis erbracht worden, dass es auch anders geht. Melez ließ das Reisen wieder zu einem Ereignis werden. Melez war nicht so elitär wie eine Kreuzfahrt durch die Karibik und nicht ganz so beliebig wie die Kulturschaffenden in den U-Bahnen von Berlin, Paris, London oder New York, die während der Fahrt zwischen zwei Stationen ein paar Münzen bei den Fahrgästen einsammeln. Der goldene Zug darf also auf dem Abstellgleis vergammeln. Nur beherzte Veranstalter sind noch zu finden. Dann wäre an jedem Wochenende der Melez-Zug wieder unterwegs. Er würde die Ausflügler und Nachtschwärmer transportieren und einstimmen auf ihre Erlebnisse in der spannendsten Region von der ganzen Welt.
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