Es ist ein gebanntes Zuhören im Publikum, wenn es beim Bermuda-Talk auf der trailer-Wortschatz-Bühne um die wichtigen Fragen des Lebens geht, um Wahrheit, Träume, Fußball: „Wenn man die Wahrheit sagen sollte: der Trainer war damals schuld. Und der war Hermann Gerland“, so die VfL-Ikone Lothar Woelk über das verlorene Finale des VfL Bochum gegen die Eintracht aus Frankfurt im DFB-Pokal 1988. „Der Trainer hat das Spiel mit der Taktik verloren.“ Gemeinsam mit seinem damaligen Teamkollegen Ata Lameck war er eingeladen, mit den beiden Bermuda-Talk-Moderatoren Oliver Bartkowski und Lars Kiesewetter alte Ballsport-Anekdötchen zu erzählen und über die guten alten (Fußball)Zeiten zu plaudern. Nicht nur trauerten sie dem Treffer von damals nach – der Schiri entschied irrtümlich auf Abseits – , auch die Tugenden Leidenschaft und Kampf vermisst man schon seit Jahren in Bochum. Denn solange befinden sich die blau-weißen schon im Niemandsland der 2. Bundesliga. Immerhin konnte man sich gemeinsam Trost für die Zukunft Spenden. Bevor es dann mit den melancholischen Klängen des Singer-Songwriters Frank Bottke weiter ging.
Die Zeilen sprachen den vielen BesucherInnen, die in der brütenden Hitze dem bunten Programm auf der Bühne lauschten, sicher aus dem Herzen: „Einer der Tage, an dem ich den Regen mag“, sang Frank Bottke in seinem Song „Einer dieser Tage“. Der Gitarrist besingt in Liedern wie „Jeder für sich“ oder „Patrouille“ nächtliche Städtebilder oder schwermütige Abendgesellschaften. Gerade diese ruhigen Klänge lockten viele BochumTotal-BesucherInnen an die trailer-Wortschatzbühne. „Ich bin gekommen, weil ich gehört habe, das soll was ruhiger sein“, erzählt Ala, die am Nachmittag vorbeischaute. „Alles andere war nichts für mich.“ Das sieht auch Hedda ähnlich: „Das war nicht immer so bei BochumTotal. Das finde ich schwer in Ordnung.“
Mit den leisen Tönen war es dann aber vorbei. Denn mit dem Poetry Slammer Micha-El Goehre trat ein richtiger Metal-Aficionado auf die Bühne. Eigentlich sollte zu diesem Zeitpunkt Till Burgwächter literarisch dem Heavy Metal huldigen, doch der steckte da noch in Hannover im Zug fest. „Das ist das spontanste Einspringen in meinem Leben“ scherzte der Slammer aus Bielefeld, der eigentlich nur gekommen war, um Till Burgwächter zu hören. „Nächstes Jahr macht er's wieder gut, indem er jedem ein Bier ausgibt.“
Mit dem obligatorischen Dosenbier in der Hand gab er Zoten aus dem Metaller- und Festival-Leben zum Besten. Davon waren auch die angereisten Metal-Fans angetan: „Ich kannte ihn schon von Youtube und mag seine Mischung aus Metal und Comedy“, erzählt der 28-jährige Joschka.
Rappelvoll wurde es dann aber erst, als der Lehrerkind-Comedian Bastian Bielendorfer aus seinem Programm las. „Ich kannte ihn schon aus dem Fernsehen und bin extra wegen ihm gekommen“, verrät Rolf. „Als ehemaliger Lehrer kann ich das schon nachempfinden.“ Denn als Deutschlands bekanntestes Lehrerkind scherzt Bielendorfer besonders gerne über seine Pädagogen-Eltern oder strapazierte an diesem Abend die Lachmuskeln der BesucherInnen mit einer Liebeserklärung an seine Heimatstadt Gelsenkirchen: wo man Scrabble nur mit vier Buchstaben spielt (für Bier), Zugvögel freiwillig gegen Züge fliegen oder Hasselhoff noch Stadien voll macht.
Zum Ausklang sorgte dann die Bochumer Indie-Pop-Band „Empire of a Dancing Bear“ für ausgelassene Tanzstimmung. Mit den leisen Klängen war es um diese Uhrzeit aber schon längst vorbei.
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