In Zeiten, in denen die Leitung des Museum Ostwall verwaist ist und damit eine kuratorische Programmatik fehlt, kommt der Sammlungsausstellung weitere Bedeutung zu. Der neuen Auswahl unter dem Titel „Body & Soul“ liegen die geistigen Zustände und körperlichen Befindlichkeiten des Menschen als roter Faden zugrunde. Zu einer anregenden, überraschenden Ausstellung wird der Parcours durch die assoziativen Verweise und die Qualität einzelner Kunstwerke.
Auch bei dieser Präsentation spielt die Fluxus-Bewegung der 1960er/70er Jahre eine große Rolle – etwa mit dem phänomenalen Objekt „Guadalcanal“ von Robert Watts – aber auch Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie Käthe Kollwitz oder Karl Hofer, sind vertreten. Erstaunlich ist eine frühe liegende Figur des später expressiv gegenständlichen Malers Dieter Krieg. Eindrucksvoll ist die „Gottesanbeterin“ von Germaine Richier. Dann wird die Ausstellung ganz aktuell, indem sie eine Rauminszenierung von Mark Dion zeigt. Überhaupt belegt sie, dass das Museum bis heute vorzüglich gesammelt hat, etwa mit Werken von Michael Landy oder Ryan Trecartin.
Lange aber will der Funke nicht überspringen. Liegt es an den durch Corona vorgegebenen Laufwegen oder daran, dass sich in der Architektur im Dortmunder U eben nie die Aura eines „richtigen“ Museums einstellt? Dafür ist es auch für die Thematik dieser Ausstellung ein Glücksgriff, dass der MO Kunstpreis das nächste Mal an VALIE EXPORT geht, denn gerade in ihrem Werk bringt sie seit Jahrzehnten die körperliche Erfahrung der Frau – u.a. mit Aktionen im öffentlichen Raum – zum Ausdruck.
Body & Soul | bis 2022 | Museum Ostwall im Dortmunder U | 0231 502 47 23
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