Bühne.

Endzeit auf Tauris

Goethes Iphigenie in Castrop-Rauxel - Theater Ruhr 05/11

Eigentlich geht es Iphigenie gut, doch sie will einfach nur weg. Ausgerechnet zurück nach Griechenland zu Familie und dem Fluch den die Götter ihrer Sippe auferlegt haben, weil irgend so ein Halbgott im Stammbaum mal seinen Sohn für die Göttermahlzeit frisch zubereitet hat, weil er deren Allwissenheit testen wollte.

Stimmen, die ich hörte

„Die Geister von Amnaş“ am Theater Oberhausen - Theater Ruhr 05/11

Das Leben ist ein Traum, oder ist der Traum das reale Leben? Drei weiß getünchte Räume stehen vor den Zuschauern. Ziemlich verlassen sehen sie aus, nur die Spuren von Möbeln und einst geliebten Bildern sind wahrzunehmen. Darin sitzt eng umschlungen ein junges Pärchen.

Puderquasten

„Headspin Critical Mess” am Essener Grillo - Theater Ruhr 05/11

Am Anfang war das Chanson. Oder Reinhard Mey. Oder ein Graffiti. Hip-Hop is over when you want. Das Graffiti ist weg, when du es crossed. Das Chanson ist auch unhörbar, when das Heavy Metal die Bühne betritt. Ein Headspin schadet beim Breakdance der Frisur. Ein Stadttheater schädigt die autonome Wholetrain-Front.

„Das ist wie backstage. Krieg backstage“

Jonas Fischer inszeniert über Afghanistan im Theater Dortmund - Premiere 05/11

Es war einer der blutigsten Ort in ganz Afghanistan. Dort hat jeder Mensch hat seinen Zerreißpunkt: Als Frontberichterstatter begleitet ein Journalist das Leben von US-Soldaten in den Berglandschaften. Was zehrt mehr: die Feuergefechte selbst oder die quälende Zeit des Wartens?

Parodien und Peinlichkeiten

Richling entschlüsselt Deutschland und Pastewka den Wahnsinn - Komikzentrum Ruhr 05/11

Ein langer schmaler Tisch dominiert die Bühne, an der die geladenen Gäste Platz nehmen werden: Leonardo da Vincis „Abendmahl“ stand Pate bei der Kulisse, in der Mathias Richling den „Richling Code“ entschlüsselt.

Zwischen Theorie und Fußball

Im Juni werden Ruhrgebiets-Theater richtig philosophisch - Theater demnächst 05/11

Das Leben an der Ruhr ist oft kein Zuckerschlecken, der Besuch eines der Reviertheater auch nicht. Da kann der Theatergänger schon einmal einen Knacks kriegen. Preis und Leistung liegen nicht in derselben Emscheraue, Kunst und Ökonomie ebenso wenig.

Kaninchen statt Küsse

Beim Puppenspieler René Marik dreht sich alles um Pop und Katastrophen - Komikzentrum Ruhr 04/11

Den Hass-Kasper mit der Glatze mag niemand. Dabei sieht er eigentlich ganz niedlich aus mit seiner langen Nase und den kugelrunden Augen. Sein Auftritt in „KasperPop“, dem neuen Programm von René Marik, mit dem er am 16. April in der Emscher-Lippe-Halle in Gelsenkirchen gastiert, ist allerdings nicht abendfüllend, fristet er seine Existenz doch weitgehend am Rande des Geschehens.

Das Karussell, das dreht sich immer rund herum

Peter Jordans Inszenierung von Heiner Müllers Shakespeare-Bearbeitung „Macbeth“ am Schauspiel Dortmund - Theater Ruhr 04/11

Leder. Rocker. Blut und Macht. Im Dortmunder Schauspielhaus findet mal wieder ein Shakespearsches Schlachtengetümmel statt, die altbewährte Auseinandersetzung zwischen dem fetzigen Macbeth und dem zufälligen Rest der kleinen, damaligen Welt. Der Schauspieler und Regisseur Peter Jordan (Kommissar Uwe Kohnau im „Tatort“) setzt bei seiner ersten Inszenierung in seiner Heimatstadt auf die Bearbeitung von Heiner Müller und auf ein ungewöhnliches Bühnenbild.

Wenn Cyborgs tanzen lernen

Die Revue „25 Sad Songs“ am Essener Grillo - Theater Ruhr 04/11

Der Verlust an Kultur ist traurig. „25 Sad Songs“ heißt deshalb die Revue, die Thomas Krupa und Ari Benjamin Meyers am Essener Grillo in Szene gesetzt haben. Und der Begriff trifft die Inszenierung genau. Zwei Stunden lang fordert die Titelauswahl aus rund einem Jahrhundert Musikgeschichte die Zuschauer. Lache Bajazzo (Ruggero Leoncavallo 1892), erfreue dich am Verlust, die ersten älteren Semester gingen bei „Once in a Lifetime“ (1981) von den Talking Heads, so ist das bei der Silberhaarfraktion. Alles ist sterblich und die Zeit wird knapp, auch fürs Theater.

Erste Rüstung aus Lumpen

„Parzival“ in den Bochumer Kammerspielen - Theater Ruhr 04/11

Parzival trifft keine Schuld. Der spätere Ritter und Retter lebt noch mega-behütet bei seiner Mama Herzeloyde im Wald. Ritterspiele, Turniere und rohes Minnespiel sind gerade en vogue am Hofe von Artus und seinen Recken. Was liegt also näher als die Studenten der Folkwang Universität der Künste die „Parzival“-Fassung des Schweizer Autors Lukas Bärfuss studieren zu lassen.

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