Bühne.

Mondsüchtigkeitsphänomene

Theater Ruhr 08/10

Die Gassen rund um den Markt in Schwerte sind verzaubert. Schritte hallen durch die Dunkelheit, Lichter blitzen. Ab und zu eilen merkwürdige Lebewesen vorbei. Schon an der nächsten Ecke können weitere Absonderlichkeiten lauern.

Fast asiatische Theaterspiele

Frie Leysen kuratierte für das "Theater der Welt" ein aussergewöhnliches Festival-Highlight - Theater Ruhr 08/10

Oral. Anal. Live gespritztes Sperma. Eine Stunde Pornografie ohne Text. Als Metapher einer Gesellschaft, in der ein Mensch zur Ware geworden ist. Ob als Sexobjekt oder Sklave in der Arbeitswelt. Freigesetze Tiere agieren so, deren Hackordnung Macht ist.

„Ich denke immer, wie machen wir das eigentlich?"

Annette Dabs über die FIDENA 2010 - Premiere 08/10

Die Fidena zeigt in diesem Jahr internationale Beispiele, in denen Figur und Musik gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Damit eröffnen sich gegenseitig neue, oft ungewöhnliche Ebenen. Synästhetische Erfahrungen werden möglich, Sinneseindrücke differenzierter wahrgenommen, oder es stellt sich das Gefühl des Verlustes einzelner Komponenten ein, ähnlich einer Leerstelle, wie es die niederländische Produktion „Tussen“ (Zwischen) provoziert.

Die Erfindung des Traums

Der Prinz von Homburg im Prinz Regent Theater - Theater Ruhr 07/10

Heldentum, Narzissmus, Allüren. Alles Dinge, die heute längst vermarktet werden. Dinge, die Superstars kreieren, die Massen zum Kreischen bringen. In einer Armee haben diese Attribute nichts verloren, auch wenn der Prinz von Homburg ihnen noch vor der historischen Schlacht bei Fehrbellin huldigt.

Die Erfindung des Körpers

Ruhrtrilogie dritter Teil in Mülheim - Theater Ruhr 07/10

Duschen bei 10 Grad Außentemperatur. Bohnen kochen am Lagerfeuer. Einen Menschen verschwinden lassen. Mit dem Hengst ausreiten. Der „perfekte Tag“ in René Polleschs drittem Teil seiner Ruhrtrilogie fand wieder auf der Mülheimer Brache statt, wo im letzten Jahr bereits die Filmstadt „Cinecittà“ von Bert Neumann gestanden hat.

Die Erfindung der Hoffnung

Das Antwerpener Künstlerkollektiv in Essen und Mülheim - Theater Ruhr 07/10

Ein Zelt aus roter Plastikplane: Ist Moskau ein Zirkus? Auf sechs Leinwänden gleiten Interviews mit Menschen vorbei, die in der russischen Metropole leben und arbeiten. Artisten springen von Leinwand zu Leinwand. Ein junges Ehepaar kritisiert Putins Familienpolitik. Auf einer Millionärsmesse baden Frauen in Hundert-Dollar-Scheinen.

Der Glaube als Blendwerk

Lisa Nielebock inszeniert "Nathan der Weise" am Essener Grillo - Theater Ruhr 07/10

Ein Tisch, ein wenig Obst, ab und an mal eine Zigarette. In den Zentren der Macht geht es nur scheinbar nobel zu. Kälte, wo Wärme sein sollte. Schmucklosigkeit, wo eigentlich Prachtvolles vermutet würde. Geschäftsmäßig sehen die Räume aus, in denen die Mächtigen agieren.

"Ich möchte sehen was die Zukunft für das Theater bringt"

Frie Leysen leitet das Festival "Theater der Welt", das alle drei Jahre in einer anderen deutschen Stadt stattfindet - Premiere 07/10

Das Festival „Theater der Welt“ unter der Programmdirektion der belgischen Kuratorin Frie Leysen präsentiert ein internationales sparten- übergreifendes Programm mit 32 Produktionen, die sich an den Schnittstellen von Theater, Tanz, Oper, Musik, bildender Kunst und Performance bewegen.

Gerichtstheater

Mit Paragrafen gegen König Ubu im Grillo

Babylonisches Sprachgewirr herrscht in der Welt und auch auf der Bühne des Essener Grillo-Theaters. Es macht viele Dinge komplizierter, als sie wohl sind. Auch deshalb durchzieht diese biblische Plage wohl Sebastian Nüblings Inszenierung von Alfred Jarrys surrealem Theaterstück „König Ubu“, in dem er die deutschen und niederländischen Schauspieler - das Projekt ist eine Koproduktion mit der Toneel groep Amsterdam - auch englisch und ubuisch reden lässt. Die Welt des feigen Vater Ubu ist die Kunst- Akademie. Hier wird zu Beginn das Paragrafen - malen zur heiligen Handlung.

Hafentheater

Das 33. Duisburger Theatertreffen

Am westlichen Rande des Ruhrgebiets hat sich ein Kulturfestival des Landes Nordrhein- Westfalen etabliert, das 2010 natürlich auch beim Kulturhype mittun will. Die 33. Duisburger „Akzente“ wollen da der Hafen der Kultur - haupt stadt sein. Eröffnet werden sie passend mit einer Open-Air-Performance der spanischkatalanischen Theatergruppe „La Fura dels Baus“ im Ruhrorter Hafen. Im Programm verankert ist auch das traditionelle Theatertreffen, seit 1977 eine kleine Ruhrgebietskonkurrenz zum Berliner Theatertreffen. Gleich zwei Gastspiele des Burgtheaters Wien sind darunter.

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