Ein Sandkasten auf der Bühne. Sprenggürtel am Kleiderhaken. Vier Personen, die einen politischen Konflikt ausleben, der zwar aktuell, aber ohne geografischen Bezugspunkt zu sein scheint. Es ist die Geschichte zweier Selbst mord - attentäter, die den Befehl zum Töten be kommen und nun die letzten Stunden ihres Lebens verbringen.
Es rumort richtig im Bochumer Schauspielhaus. Orgien mit sex, drugs and rock’n‘roll, dekadente Spielchen am Tresen in schrillen Outfits, mittendrin Kurt Cobain umgeben von aufreizenden Jungs und Mädels. Im Hintergrund fetzige Werbespots für Jeans, Parfüm und Lifestyle. Das Laster erreicht seinen Höhepunkt, dann wechselt das Bild, das Koks wird weggefegt, der König (Bernd Rademacher) muss schließlich seine Lektion im meditativen Bogenschießen abhalten. Regieren macht eben Stress. Williger Willen ist dafür genauso schädlich wie endloses Warten, und so wartet King Peter vom Reiche Pop schon seit Jahren ungeduldig darauf, dass er endlich mal einen Pfeil abschießen darf. Sein Land ist die börsennotierte Jeans manu - faktur „Leonce – Made of Love“, die natürlich ihren Shareholdern verpflichtet ist. Der Hofstaat bildet dafür den dienernden Aufsichtsrat. Ausge - rechnet Cobain muss sich dafür wieder in den Königssohn Leonce verwandeln und soll nun Lena vom Reiche Pipi heiraten, die eine florierende Parfümmarke besitzt. Danach besitze man zwei Konzern-Königreiche mit 17 Prozent Marktanteil, King Peter ist begeistert von der Idee. Die beiden in Vip-Dekadenz aufgewachsenen Königskinder natürlich nicht. Leonce (Ronny Miersch) zertrümmert eine Gitarre, auf der anderen Seite der Drehbühne (Matthias Werner) hüpft die wilde Lena (Sina Kießling) herum, gelangweilt von Party und Drogen. Ihr einzige „Konstante“ ist die gleichnamige Gouver - nante, ein desillusionierter Mann in Frauenkleidern (Michael Lippold), beide auf der Suche nach Sinn und Geborgenheit.
Wie kann man jemanden zum Schweigen bringen? Woher kriegen Superhelden eigentlich ihre Kostüme? Wie verläuft die positive Gewöhnung an den Maulkorb? Fragen, für deren Beantwortung Renegade drei verheißungsvolle Nachwuchschoreografen und -regisseure aus Paris, Köln und Kuba (Lorca Renoux, Frederik Rohn und Julio Cesar Iglesias) zu einem Theaterversuch angestiftet hat. Den ausgefallenen Rahmen geben die stählernen Kompressoren der alten Kokerei Hansa in Dortmund. Mit nicht mehr als einem Bildmotiv ausgestattet, welches im Vorfeld jedem Choreografen zugewiesen wird, steht jeder der drei vor einem Darstellerensemble aus zeitgenössischen Tänzern, B-Boys, einer langjährigen Schauspielerin sowie jugendlichen Laien. Innerhalb von drei Wochen soll eine Episode realisiert werden, die später in einer Inszenierung mündet. Jeder Austausch unter den Choreografen ist strikt untersagt, einzig die Besetzung bleibt dieselbe; die Darsteller sind kreative Mitverschwörer und Anstifter, wechseln die Choreografen, Kleider und ihre Rollen. Der Ausschluss der Choreografen von der Motivfindung und der Wahl der Darsteller sowie der knapp bemessene Faktor Zeit erhöhen den Schaffensdruck auf alle Beteiligten und zwingen dazu, äußerst fokussiert zu arbeiten. Danach werden diese dann unter den Händen der Dramaturgin Rachel Oidtmann in einer Art dramatischer Synthese verzahnt.
Es wird ein Feuerwerk der Zahlen. 121 Vorstellungen an 18 Spielorten, darunter 11 Weltpremieren und sechs Europapremieren. 385 Künstler aus 24 Ländern lassen es 18 Tage lang krachen, oder kultivierter: Sie überfluten das Revier mit Kultur. Theater der Welt, dieses Konzept hat seinen Titel wahrlich verdient.
Es ist der gesellschaftliche Verblendungszusammenhang, den René Pollesch umtreibt. Es ist der gesellschaftliche Verblendungszustand, den er unermüdlich unter dem Volk zu erklären sucht, und es ist der gesellschaftliche Verblendungszusammenhang, der eine rationale Auseinandersetzung mit der jetzt schon gescheiterten Kulturhauptstadt-Eventlogik konsequent verhindert.
15 junge Menschen des Ruhrgebiets wagen einen Blick hinter die Türen eines Mietshauses, dringen in die verschiedenen Lebenswelten jedes einzelnen. Sie fragen, was geschehen würde, wenn wir die Möglichkeit hätten, all diese Geschichten nach unseren Wünschen zu dirigieren.
Schwiegersohn zu werden, fällt Rustan nicht leicht, obwohl die Familie seiner Zukünftigen nicht gerade arm ist und er die Braut liebt. Weder die Verlockungen von Mirza noch die Beschwichtigungen ihres Vaters können die Wunde in Rustans Kopf heilen.
„Eine Jelinek könnte man schon in einer schwächeren Inszenierung zeigen, weil der Text stark genug ist"
Babylonisches Sprachgewirr herrscht in der Welt und auch auf der Bühne des Essener Grillo-Theaters. Es macht viele Dinge komplizierter, als sie wohl sind. Auch deshalb durchzieht diese biblische Plage wohl Sebastian Nüblings Inszenierung von Alfred Jarrys surrealem Theaterstück „König Ubu“...
Am westlichen Rande des Ruhrgebiets hat sich ein Kulturfestival des Landes Nordrhein-Westfalen etabliert, das 2010 natürlich auch beim Kulturhype mittun will. Die 33. Duisburger „Akzente“ wollen da der Hafen der Kulturhauptstadt sein.
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