Ein Sandkasten auf der Bühne. Sprenggürtel am Kleiderhaken. Vier Personen, die einen politischen Konflikt ausleben, der zwar aktuell, aber ohne geografischen Bezugspunkt zu sein scheint. Es ist die Geschichte zweier Selbstmordattentäter, die den Befehl zum Töten bekommen und nun die letzten Stunden ihres Lebens verbringen.
Es rumort richtig im Bochumer Schauspielhaus. Orgien mit sex, drugs and rock’n‘roll, dekadente Spielchen am Tresen in schrillen Outfits, mittendrin Kurt Cobain umgeben von aufreizenden Jungs und Mädels. Im Hintergrund fetzige Werbespots für Jeans, Parfüm und Lifestyle.
Wie kann man jemanden zum Schweigen bringen? Woher kriegen Superhelden eigentlich ihre Kostüme? Wie verläuft die positive Gewöhnung an den Maulkorb? Fragen, für deren Beantwortung Renegade drei verheißungsvolle Nachwuchschoreografen und -regisseure aus Paris, Köln und Kuba (Lorca Renoux, Frederik Rohn und Julio Cesar Iglesias) zu einem Theaterversuch angestiftet hat.
Die Kulturhauptstadt trifft ihr Motto: Puppen, Popanze & Pappenheimer. Allerdings geht es hier um das 2. Witzfiguren-Festival im Rahmen des Herner Kulturhauptstadtprojekts „Figurentheater für Erwachsene“ in den Flottmann-Hallen.
Unter dem Motto „Unterwegs“ gestalten die sechs teilnehmenden Theater aus Bochum, Castrop-Rauxel, Dortmund, Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen das 9. Unruh® Festival als Wanderfestival.
Ein ziemlich großes Papierschiffchen steht auf der Bühne. Aktenordner in Reih und Glied. Leichte Verwirrung stiftet ein weißer mechanischer Hase, der dazwischen herumhoppelt. Graf Öderland und seine Mitstreiter betreten den Raum, das Häschen bleibt auf der Strecke, brutal zertrümmert von einer stählernen Axt.
Eine Bustour durch Dürrenmatts Güllen. Ein echter Vereinspräsident als König Lear und eine pseudodilettantische Aufführung in einer heruntergekommenen Schulsporthalle. Die Gemengelage eines Theaterabends im Spiegel der Ruhrgebietsrealität war perfekt.
"Unsere sogenannte zivilisierte, nicht kriegerische Gesellschaft hat mehr Zwänge denn je."
2010 steht das Ruhrgebiet als europäische Kulturhauptstadt im Fokus der Öffentlichkeit. Vier Filmkunst-Kinos im Pott, das Endstation Kino in Bochum, das Filmforum in Duisburg, das Kino Babylon in Hagen und das Rio Filmtheater in Mülheim ergänzen das kulturelle Angebot unabhängig, finanziell unterstützt durch die Filmstiftung NRW.
Es sind die Geschichten zwischen Menschen, ihrer Beziehungen zwischen Heimat und Staat, Auseinandersetzungen in Haus oder Einkaufsmeile, die den Kompott der Gesellschaft versüßen und ihn manchmal auch versalzen. Das Bäumchen könnte irgendwann groß werden – und deshalb steht es schon jetzt zu nah am Zaun.
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