Der rote Teppich ist ausgerollt, die Sponsorenwand aufgestellt, die Stars können kommen. Hinein in die kleinste Gala der Welt mit Musik von Puccini bis Reinhard Mey, von Barcarole bis Baccara. Hier kann es passieren, dass die Callas Konkurrenz bekommt, Karl Marx die Rolling Stones interpretiert und Michael Jackson seinen Tod überlebt.
Bühnenperformance. Rituale der Musik. Präsenz der Andersartigkeit. Das Format „Century of Song“ hat das musikalische Profil der RuhrTriennale entscheidend geprägt. Nach fast 50 Veranstaltungen über angloamerikanische Musiktraditionen kommt es nun zu Veränderungen im Konzept.
Tiefe Liebe steht für radikale Weltverbesserung – ein noch unbewiesener Tatbestand für ein friedliches Leben der Menschen auf diesem Planeten. Viele Religionen und spirituellen Lehren haben sich diese Vision auf die Fahnen geschrieben, verwirklicht hat sie noch niemand.
In diesem Jahr trifft sich das Musik- und Sprechtheater zuerst einmal versöhnlich auf 500 Tonnen Sand. RuhrTriennale-Intendant Willy Decker inszeniert „Leila und Madschnun“, einen Text über die Ursubstanz der Liebe. Der Beduinenjüngling Qeis begegnet der jungen Leila. Beide entbrennen in tiefer Liebe zueinander.
Ein Intendant geht ohne Reue, aber mit einer Träne in den Augenwinkeln. So richtig wohl fühlte sich Elmar Goerden auf der großen Bühne des Bochumer Schauspielhauses nicht, stand er da doch nicht als Regisseur, sondern als Schauspieler, der angestrengt versuchte, die Regieanweisungen von Marco Massafra umzusetzten.
Die ISEA2010 RUHR gehört zu den internationalen Auftaktveranstaltungen, mit denen das neue Zentrum für Kunst und Kreativität im Dortmunder U eröffnet. Hier werden die Ausstellung TRUST und die E-Culture Fair stattfinden. Das International Symposium on Electronic Art gehört zu den wichtigsten internationalen Festivals für elektronische Kunst.
Die Gassen rund um den Markt in Schwerte sind verzaubert. Schritte hallen durch die Dunkelheit, Lichter blitzen. Ab und zu eilen merkwürdige Lebewesen vorbei. Schon an der nächsten Ecke können weitere Absonderlichkeiten lauern.
Oral. Anal. Live gespritztes Sperma. Eine Stunde Pornografie ohne Text. Als Metapher einer Gesellschaft, in der ein Mensch zur Ware geworden ist. Ob als Sexobjekt oder Sklave in der Arbeitswelt. Freigesetze Tiere agieren so, deren Hackordnung Macht ist.
Die Fidena zeigt in diesem Jahr internationale Beispiele, in denen Figur und Musik gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Damit eröffnen sich gegenseitig neue, oft ungewöhnliche Ebenen. Synästhetische Erfahrungen werden möglich, Sinneseindrücke differenzierter wahrgenommen, oder es stellt sich das Gefühl des Verlustes einzelner Komponenten ein, ähnlich einer Leerstelle, wie es die niederländische Produktion „Tussen“ (Zwischen) provoziert.
Heldentum, Narzissmus, Allüren. Alles Dinge, die heute längst vermarktet werden. Dinge, die Superstars kreieren, die Massen zum Kreischen bringen. In einer Armee haben diese Attribute nichts verloren, auch wenn der Prinz von Homburg ihnen noch vor der historischen Schlacht bei Fehrbellin huldigt.
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