Die kürzlich vorübergegangene 21. Tour De Ruhr hat einmal mehr unterstrichen, was Zahlen schon lange dokumentieren: Der Trend und der Wille E-Mobilität als alltagstaugliche Antriebsvariante zu etablieren ist ungebrochen. In Deutschland hat die Bundesregierung einen Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität erstellt, dessen Ziel es ist, den Klimaschutz zu stärken und bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Ob dies gelingen wird, darf zwar aktuellen Prognosen zu Folge zumindest bezweifelt werden, die Verkaufszahlen von Segways, E-Bikes, Trikes etc. steigen jedoch weiterhin kontinuierlich an (der europäische Markt für E-Bikes und Pedelecs ist z.B. im vergangenen Jahr um 28,6 Prozent gewachsen). 2012 rechnet der Zweirad-Industrieverband mit 400.000 verkauften E-Bikes alleine in Deutschland. Trotz des großen Zuspruchs von allen Seiten weist die Infrastruktur für Elektromobilität noch große Lücken auf und auch im alltäglichen, städtischen Leben, abseits von Tourismus und Freizeit, ist sie eher noch eine Seltenheit. Wie es gehen kann, zeigt seit Ende letzten Jahres die Viehoferstraße in der nördlichen, sich stark im Aufbruch befindenden Essener Innenstadt. Angestoßen und konzipiert von Unperfekthaus-Inhaber Reinhard Wiesemann, ernannte Oberbürgermeister Paß die Straße zur „Versuchszone Elektromobilität im Alltag“.

Infrastruktur langfristig schaffen
Das Prinzip ist simpel: Die Viehoferstraße soll sich als ein zentraler Treffpunkt im Ruhrgebiet für E-MobilistInnen etablieren und neue InteressentInnen gewinnen. „Wir müssen die Angebote in die Köpfe der Leute hinein bekommen. Dann werden kurze Wege in Zukunft vielleicht nicht mehr mit dem Auto, sondern mit dem E-Bike zurückgelegt. Wir müssen zeigen was möglich ist. Hier sieht man wie man damit anfangen kann“, so Paß. Feststehende Ladestationen, ein Mobility-Café in der Ladengemeinschaft des Unperfekthauses für Stammtische, Vorträge etc. und Leihstationen für diverse Fortbewegungsmittel sorgen für die nötige Infrastruktur. Ziel ist auf lange Sicht auch die Ansiedlung von Fachgeschäften und die Eröffnung einer Selfmade-Werkstatt für E-Bikes, sowie einer Infostation für E-Touren etc.. Auch die bereits ansässigen Gastronomiebetriebe stellen fast ausnahmslos kostenlosen Strom zur Verfügung und zeigen sich offen für die Neuerungen der Straße. Außerordentliche Veranstaltungen wie z.B. die zur Eröffnung organisierte „New-Timer-Rallye “ sorgen zudem für überregionale Aufmerksamkeit für die Versuchszone. Gutes braucht ja bekanntlich seine Zeit und so ist auch dieses Projekt kein temporärer Selbstläufer, sondern eine greifbare Zukunftsvision. Die Essener City-Nord erfindet sich derzeit neu. E-Mobilität hilft ihr bei der Suche. Auch auf lange Sicht.
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