Wo endet die Malerei, wo beginnt die Skulptur? Wie verhält sich Farbe im Raum, wann nimmt der Raum malerische Qualitäten an? Das sind nur einige der Fragen, welche die Kunst von Martina Klein aufwirft und nun in der Straßengalerie des LehmbruckMuseums anschaulich zum Ausdruck bringt. Martina Klein, die 1962 in Trier geboren wurde und in Düsseldorf lebt und arbeitet, versteht sich als Malerin. Ihre Kunst, so wie sie diese seit zwei Jahrzehnten praktiziert und in solchen Galerien wie Konrad Fischer/Düsseldorf, Lefebvre/Paris, Slewe/Amsterdam und Tschudi/Glarus ausgestellt hat, zeigt monochrome Flächen. Aus der Nähe ist eine Verdichtung der Farbe als handschriftlicher Vortrag zu sehen und dieser Eindruck trägt weiter zur Anmutung von Einheitlichkeit, Stofflichkeit und unaufdringlicher Intensität des malerischen Auftrags bei. Darüber hinaus: Die Malerei von Martina Klein besitzt ein explizit räumliches Moment, indem sie die Tafeln in und zu ihrer Umgebung setzt.
Dazu hat sie im Laufe der Zeit verschiedene Verfahren entwickelt. Sie hat quadratische, unterschiedlich farbige Tafeln im rechten Winkel zueinander montiert, so dass eine Tafel in den Raum hinein ragt, die Farben aufeinander abstrahlen und der Betrachter noch die nüchterne Rückseite mit dem Keilrahmen und Rahmenkreuz sieht: Auch diese versteht Martina Klein im übrigen als Teil der Arbeit. Und sie hat – bei anderen Werken – die monochrome Leinwand aus dem Keilrahmen geschnitten und über eine kürzere, seitlich bündige Holzpaneele gehängt und ist dazu von der üblichen Präsentation auf Augenhöhe abgewichen.
In der Duisburger Installation aus acht Arbeiten kommen die verschiedenen Konzepte zur Anwendung; so hat Martina Klein ein rechtwinkliges Paar auf die Sitzbank und die Hocker gestellt, und neben einer nach oben gerückten Hängung finden sich zwei Arbeiten, deren Leinwand frei auf dem Boden ausläuft. Das alles macht, über die Qualitäten der Malerei hinaus, zusätzlich Sinn: Martina Klein reflektiert hier den Status der Straßengalerie in der langgestreckten Ausdehnung als Passage mit ihrer Parallelführung zum Außenraum, der lediglich durch eine Glasscheibe abgetrennt ist, so dass man die Ausstellung auch von draußen sehen kann. Und sie bezieht sich auf die unterschiedlichen Höhen der Etagen hinter der Wand – im Grunde weist sie damit noch auf die Verfasstheit des LehmbruckMuseums als spezifischem Bau hin. Also, mit dem reflektierenden Wissen um Architektur und Raum und die Bewegung des Betrachters in diesem: ein wichtiger Beitrag zur fundamentalen Malerei.
„Martina Klein – Nicht-Inhalt / Non-content“, bis 20. Mai im LehmbruckMuseum in Duisburg, www.lehmbruckmuseum.de
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