Mit dem Namen Adlon verbinden die meisten natürlich völlig zu Recht das edle Luxushotel in Berlin, das unmittelbar am Brandenburger Tor gelegen ist und auf eine reichhaltige Geschichte zurückblicken kann. Eine Geschichte, die sich nicht allein an der Familie Adlon und auch nicht allein an Berlin festmachen lässt. Deswegen darf es auch nicht verwundern, dass Uli Edel für die Realisierung des Großprojektes, das im Frühjahr 2013 beim ZDF als Dreiteiler ausgestrahlt werden soll, auch in Nordrhein-Westfalen eine gute Woche Drehzeit veranschlagt hat. Christina Bentlage von der Film- und Medienstiftung NRW, die den historischen Mehrteiler wie die Vorgängerproduktion „Krupp – Eine deutsche Familie“ wieder finanziell unterstützt, merkte dazu an: „Der Dreiteiler macht Geschichte über ein ganzes Jahrhundert anhand gesamtdeutscher Abläufe sichtbar.“
Nach drei Drehtagen in der Ordensburg Vogelsang stehen nun Aufnahmen in Köln und Düsseldorf auf dem Drehplan, in der Landeshauptstadt traf man sich zum Pressetermin am Set „Rheinterrassen“. Dieses doubelt im Film als Berliner Nelson-Theater, in dem Josephine Baker 1926 ihren ersten Auftritt in Deutschland absolvierte. In die Rolle der berühmten Burlesksängerin mit dem Bananenröckchen schlüpft in Edels Produktion die Wahl-Berlinerin Ligia Manuela Lewis, die aus der Dominikanischen Republik stammt und bislang auf Berliner Bühnen mit modernen Tanzdarbietungen überzeugte. Den Baker-Auftritt lassen sich Sonja Schadt (Josefine Preuß aus „Türkisch für Anfänger“) und Julian Zimmermann (Ken Duken, „Das Wunder von Kärnten“) nicht entgehen. Die beiden sind Teil einer fiktiven Familie, deren Geschichte in „Das Adlon: Ein Hotel. Zwei Familien. Drei Schicksale“ mit realen Vorkommnissen verwoben wird. Heino Ferch, Marie Bäumer und Burghart Klaußner haben dabei die historischen Rollen der Familie Adlon übernommen. Regisseur Uli Edel verteidigt diese Mischform aus Fiktionalem und Verbürgtem: „Reine Authentizität hätte meiner Meinung nach zu Langeweile geführt.“
Dass der kinotaugliche Stoff vorerst nur für eine Fernsehauswertung vorgesehen ist, stellt Edels Meinung nach keinen Nachteil dar. Die Unterschiede zwischen Fernsehen und Film wären in den letzten 15 Jahren ohnehin immer geringer geworden, zumal mittlerweile fast jeder eine Riesenleinwand zu Hause habe. Edel, der bei einigen hochkarätigen US-Fernsehproduktionen wie „Die Nebel von Avalon“ oder „Julius Caesar“ Regie geführt hatte und mit „Der Baader Meinhof Komplex“ 2008 auch schon Erfahrungen mit einem gleichermaßen erfolgreich im Kino und im Fernsehen ausgewerteten Großprojekt sammeln konnte, freut sich, dass er mit „Das Adlon“ ausreichend Zeit bekommt, die Geschichte in all ihren Details zu entfalten. Wer würde sich auch schon einen viereinhalbstündigen Film an einem Stück im Kino anschauen?
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