Mit seinen Kohle- und Kreidezeichnungen und Druckgraphiken ist Otto Pankok in die deutsche Kunstgeschichte eingegangen. Seine Blätter kennzeichnet eine große Genauigkeit und Intensität der Erfassung. Er geht ins Detail, ohne detailverliebt zu sein, und deutet noch die gesellschaftlichen und politischen Umstände an. Die Ausstellung, die jetzt das Kunstmuseum in Mülheim in seinem Erdgeschoss durchführt, klärt diese Leistungen im Spannungsfeld von Realismus und Expressionismus.
Otto Pankok (1893-1966) wurde in Mülheim-Saarn geboren, seine Eltern förderten die Hinwendung des Gymnasiasten zur Kunst, schon damals zeichnete Pankok engagiert. Nach der Schulzeit studierte er an der Kunstakademie, zunächst in Düsseldorf und dann in München. Im Ersten Weltkrieg leistete er Militärdienst, mit Erfahrungen nahe am Tod. 1919 übersiedelte er nach Düsseldorf, wo er dem Kreis um Mutter Ey und der Künstlergruppe „Junges Rheinland“ angehörte. Ab Mitte der 1920er Jahre reiste er mit Walter Gilles wiederholt nach Südeuropa und arbeitete dort unter freiem Himmel – das also ist der Kontext der Mülheimer Ausstellung, die den Zeitraum von 1909 bis zur Zeit des Nationalsozialismus umspannt.
Schon in diesen Werken zieht Pankok den Betrachter in den Bann. Der schwarz/weiß-Kontrast fördert die pulsierende Dramatik, die in der Zeit des Ersten Weltkriegs zu symbolistisch aufgeladenen Schilderungen der Landschaft wie auch der Stadtpanoramen führt. In dieser Zeit fluchten die Straßen, kippen die Gebäude; die Sonne hitzt sich bedrohlich auf. Hierzu hat Pankok auch Holzschnitte und Radierungen angefertigt, die über einen brüchigen und aufwühlenden Strich verfügen ... Schade nur, dass die Ausstellung etwas plötzlich endet, und dass die Bildnisse von den Menschen am Rand der Gesellschaft, etwa den Zigeunern, lediglich exemplarisch gezeigt werden. Aber das würde den Rahmen dieser Ausstellung, die sich zudem auf den Mülheimer Bestand beschränkt, sprengen. Und was bis in die 1940er Jahre zu sehen ist, ist auch sehr sehenswert.
„Otto Pankok – Kohlebilder und Grafiken“ I bis 12.1.14 I Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr I www.kunstmuseum-mh.de
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