Schon vor Beginn des diesjährigen Festivals herrschte Frauenpower in den hiesigen Kinos. Susanne Biers Oscar-prämiertes Drama "In einer besseren Welt" und Debra Graniks sozialkritischer Backwoods-Thriller "Winter's Bone" zählten zu den spannendsten Kino-Produktionen der letzten Monate, wenn nicht Jahre. Die richtige Vorlage für das Team um Festivalleiterin Dr. Silke Räbiger, die in Dortmund die ganze Kraft des weiblichen Blickes beschwor. "Was tun" hieß der Slogan kurz - und er führte weit über die Aufforderung zum politischen Mitdenken und -handeln hinaus. Das IFFF holte engagierte Debüts und erstaunliche Kinderfilme ins Programm, tauchte nach herausragenden Stummfilmperlen, präsentierte spannende Essays und wagemutige Spielfilme. Marion Hänsels "Noir Océan" über drei Soldaten, die am Mururoa-Atoll Atomtests miterleben, war einer der absoluten Höhepunkte des Programms, weil er eigentlich nur Männer zeigt - das aber mit dem zärtlich-analytischen Blick einer Frau. Hänsels Kino ist meilenweit entfernt von sämtlichen rosaroten Frauenfilm- und reaktionären Sonntagabendfernsehklischees. Hänsel schlägt mit ihren ganz eigenen Mitteln in die Kerbe einer Kathryn Bigelow, und seziert schonungslos die Verheizungsmechanismen männlicher Kriegspolitik. Aber auch die niederländische Singlekomödie "Richtung West" und Maren Kroymanns Blick zurück auf "Verfolgt" begeisterten das Publikum.
Preise nach Griechenland und Kamerun
Am Abschlussabend wurden dann die Preise in Höhe von insgesamt 41.000 Euro im neuen RWE Forum - Kino im U verliehen. Der mit 25.000 Euro dotierte Jury-Preis für den besten Spielfilm ging an die griechische Regisseurin Athina Rachel Tsangari für ihre wunderbare Tragikomödie "Attenberg".
| Preisträgerin des Spielfilmwettbewerbs: Athina Rachel Tsangar |
Eine lobende Erwähnung sprach die aus Maren Kroymann, Melissa Silverstein und Claudia Landsberger bestehende Jury für das kompromisslose Prostitutionsdrama "La mosca en la ceniz" aus.
Den mit 1.000 Euro dotierten trailer-Publikumspreis überreichte Verleger Joachim Berndt für die furiose Dokumentation "Koundi & der Nationale Feiertag" aus Kamerun. Ariane Astrid Atodji porträtiert darin die Bewohner eines kleinen Dorfes im Osten Kameruns, die im Einklang mit der Natur vom Holzhandel leben und am nationalen Feiertag Pläne für die Zukunft schmieden.
| Publikumspreisträger: Koundi et le jeudi national, Regie: Ariane Astrid Atodji, Kamerun 2010 |
Der Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen ging an Eva Maschke für ihre Kameraarbeit in dem Dokumentarfilm "Frauenzimmer" sowie Hanne Klaas für ihre Doku "Ole".Eine lobende Erwähnung durfte außerdem Maria Goinda für "Cartonera" verbuchen. Die Berliner Filmemacherin Helga Reidemeister erhielt am Abend den ersten Dortmunder Dokumentarfilmpreis für ihr Lebenswerk.
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