Was ist die Welt und ihre Darstellung? Ein martialisches Triptychon von Hieronymus Bosch (1450-1516), eine heroische Landschaft von Jan van Goyen (1596-1656) oder etwa doch mehr expressiv wie bei Vincent van Gogh (1853-1890)? Die Welt selbst spielte in der holländischen Landschaftsmalerei oft nur eine Nebenrolle, die Natur war Synonym für menschliche Faktoren, sinnlicher Sinngeber oder auch Feind, je nach Jahrhundert oder Vorstellungskraft. Irgendwann in der Neuzeit schien das Genre von der Fotografie aufgesogen, doch selbst die Post-Avantgarde bedient es weiter, entwickelt, neu interpretiert, zeitgenössisch digitalisiert.
Dabei geht es heute nicht nur um Klimawandel oder Raumentwicklung, wie die Ausstellung „Broken Landscapes“ in der Bochumer Situation Kunst (für Max Imdahl) bei ihrem Blick auf die zeitgenössische Darstellung und Reflektion von Landschaft zeigt. Die vier Niederländer Ger Dekkers (*1929), Jan Dibbets (*1941), Ger van Elk (*1941) und Jaap van den Ende (*1944) stehen in der oben genannten langen Darstellungstradition holländischer Landschaftsmalerei, die sie aufgreifen und dabei nicht nur den Blick auf ihr Heimatland, auch auf die Landschaft an sich prägen.
Und doch reflektieren sie mehr oder weniger bewusst die Gefährdung der holländischen Küstenlandschaft, die dem Meer seit Jahrhunderten abgetrotzt wird. Sie zeigen ambivalente Haltungen gegenüber Gegenden, deren Funktionen durch ökonomische Zwecke neu geordnet und unnatürlich fragmentiert sind.Jan Dibbetsarbeitet bereits seit den späten 60er Jahren mit Collagen, Montagen und Filmen, die eine geschlossene Landschafts- und Weltsicht in Frage stellen.Jaap van den Ende dagegenkommt aus der konkreten Kunst, fand in den 90er Jahren zu einer Malerei, in der sich Fragmente aus gegenständlichen Blicken auf einer Landschaft mit abstrakten Bildfeldern durchdringen, miteinander konkurrieren und so neue visuelle Konstrukte erzeugen.Was die vier Werkkomplexe bei aller Verschiedenheit ausCollagen, übermalten Montagen oder seriellen Bildfolgenmiteinander verbindet, ist ein ebenso intensiv beobachtender wie kritisch distanzierter Blick auf unsere gelebte Umgebung.
„Broken Landscapes“ | 6.9.14-11.1.15 | Situation Kunst, Bochum | 0234 298 89 01
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