Perspektiven auf Gerechtigkeit
Symbolbild (Ausschnitt): Lila Patel/Adobe Stock

Dystopie und Apathie

20. Oktober 2025

Jahreskolloquium im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung – Spezial 10/25

Die westlichen Demokratien stehen zunehmend unter Druck. In Deutschland und anderen europäischen Ländern bestimmen rechtsextreme Parteien wie die AfD, die FPÖ oder der Rassemblement National den öffentlichen Diskurs oder greifen nach der Macht. Die USA verwandeln sich in der zweiten Amtszeit Donald Trumps in einen autoritären Staat, mit katastrophalen Folgen für die Meinungs- und Pressfreiheit, für Minderheiten und die Armen und Schwachen der Gesellschaft. „Wir konstatieren eine Dominanz neu-rechter, autoritärer, rechtsextremer bis offen faschistoider Gesellschaftsentwürfe, die eine Demokratie zersetzende Energie entfesseln“, schreibt das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) in seiner Einladung zum Jahreskolloquium 2025, das am 22. und 23. November in der Jugendherberge Sportpark Duisburg stattfindet.

Autoritäre Tendenzen

Auf dem Programm stehen zehn Vorträge, ein gemeinsames Abendessen und eine abschließende Diskussion. Helmut Kellershohn wird in seinem Beitrag „Vom Neoliberalismus zum Postliberalismus“ die autoritären Tendenzen im Kapitalismus behandeln und dabei den Fokus auf die konkreten Folgen neoliberaler Reformen für Bildung und Gesellschaft legen.

Unheilvolle Allianzen

Nicht erst seit der Trauerfeier für den getöteten rechten Aktivisten Charlie Kirk in den USA wird deutlich, wie eng die (extreme) Rechte mit dem fundamentalistischen Christentum verbandelt ist. Rubi Rebelde wird darauf eingehen. Auch Tech-Milliardäre wie Elon Musk und Peter Thiel spielen dabei eine zentrale Rolle. „Die sogenannte Tech-Oligarchie stellt (…) nicht nur Kommunikations- und Desinformations-Technologien zur Verfügung, die insbesondere rechten Bestrebungen nützlich sind, sondern befeuert aktiv einen breit angelegten rechten Kulturkampf“, heißt es in der Ankündigung. Mehrere Vorträge befassen sich mit dem Thema.

Strategien und Utopien

Am Schluss der Veranstaltung geht es darum, „Grundsätze und Strategien“ für die (politische) Bildung und den Alltag zu definieren und zu entwickeln, denn: „Der Gegner solidarischer Utopien ist weniger die rechte Dystopie, sondern vielmehr die Apathie einer vermeintlichen Alternativlosigkeit gegenüber dem ‚Zeitgeist‘, die wir gesellschaftlich breit eingeübt haben.“ Anmeldeschluss ist der 9. November.

DISS Jahreskolloquium 2025 | 22., 23.11. | Jugendherberge Sportpark Duisburg | www.diss-duisburg.de

Holger Pauler

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