Dass es neben Ai Weiwei noch etliche international gefragte Künstler aus China gibt, hat im vergangenen Jahr im Ruhrgebiet „China 8“ unterstrichen. Song Dong, der daran beteiligt war, wird jetzt in einer retrospektiv angelegten Einzelausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf vorgestellt. Der 1966 geborene, in Peking lebende Konzeptkünstler ist ein Global Player. Mit seiner Kunst ist er ständig auf Reisen, was auch an seinen vielteiligen Installationen liegt, die er selbst vor Ort einrichtet. Seine Werke – meist Installationen und Objekte, aber auch Performances, Fotos, Filme – vermitteln zwischen der privaten Erinnerung und einer allgemeinen Befindlichkeit, einem Ton, der über den Industriegesellschaften mit ihren komplexen Problemen liegt. Song Dong wurde hierzulande vor allem mit seiner Außenarbeit auf der documenta 2012 bekannt, als er Bauschutt und organischen Abfall auf 6 Meter aufhäufte und darüber Gras und Blumen wachsen ließ. Seine künstlerischen Anliegen betreffen insbesondere ökologische Fragen, das Wachstum der Städte mit der Ernährung der Bevölkerung, die Bedeutung kleiner Gesten für die zwischenmenschliche Kommunikation – was bei ihm durch den Zen-Buddhismus vertieft wird –, die Vergänglichkeit des Lebens und die Frage nach dem Wert der Dinge in den Wegwerfgesellschaften. Nur indirekt blitzt Kritik am chinesischen Regime auf. Etwa wenn er mit einem Kalligraphiepinsel Tagebucheinträge so auf einen Stein schreibt, dass sie augenblicklich wieder verschwinden. Oder indem er schablonenhafte, aus der Ferne täuschend echte Polizisten-Figuren geschaffen hat, welche in Düsseldorf in dichten Reihen an die Scheiben der Kunsthalle gerückt sind. Aber auch da relativiert der Künstler und betont, dass damit die Selbstzensur gemeint sei: In jedem von uns befinde sich ein solcher Polizist, das sei weder positiv noch negativ zu verstehen. Ähnlich vorsichtig äußert sich Song Dong auf die Frage nach der Freiheit seiner Kunst in China: Freiheit sei überall auf der Welt relativ. Seine Kunst benennt allgemeine Phänomene – aber vielleicht ist sie genau deshalb hier am richtigen Ort.
Song Dong | bis 13.3. | Kunsthalle Düsseldorf | 0211 899 62 43
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