Eigentlich ist es keine Kunst zu wissen, dass das globale Ölfördermaximum (Peak Oil), die maximale Förderrate der weltweiten Erdölproduktion, heute erreicht ist. Mehr Förderung geht nicht. Und doch steigt der Bedarf weiter. Das wird Folgen haben. Die Ausstellung „The Oil Show“ des Hartware MedienKunstVereins (HMKV) im Dortmunder U stellt sich diesen kommenden Auseinandersetzungen und zeigt nicht nur den Status Quo beispielsweise in Afrika, sondern auch die kommenden Szenarien. Kuratorin Inke Arns, künstlerische Leiterin des HMKV, hatte die Idee zu dieser Show bei einem Besuch in Nigeria. Dort sah sie auch die 200teilige Fotoserie „Oil Rich Niger Delta“ des nigerianischen Künstlers George Osodi. Sie ist in Dortmund zu sehen, zwei Drittel als Diashow im Monitor, dazu 42 Abzüge an der Wand. Osodi dokumentiert den Widerspruch zwischen Land und Ölförderung, auf vielen Bildern lodern die Flammen der Raffinerie. Daneben findet die Maisernte statt, gewaschen wird das Gemüse im öligen Fluss.
Auch die Schweizer Künstlerin Ursula Biemann zeigt, wie sich das Leben durch Öl verändert. Zehn Videoclips dokumentieren den Bau der Baku-Tiflis-Ceyhan-Ölpipeline 2005. Damals mussten Familien ihre Häuser verlassen, Arbeiter und Prostituierte kamen, von Monitor zu Monitor wird alles schlimmer. Ob man das ändern kann? Die installierten Computerspiele „Oil Imperium“ (DE 1989), „Oiligarchy“ (IT 2008) und „Oil Rush“ (RU 2011) zeigen den SpielerInnen die Möglichkeiten auf, eigene Ölimperien auf dem Laptop aufzubauen und dabei eine Menge über das Öl-Business zu lernen.
Eine stille, aber enorm hintergründige Arbeit kommt von dem US-amerikanischen Künstler Mark Lombardi. Er verzichtet auf digitale Technik, zeichnet mit dem Bleistift ein Diagramm des Schreckens. Nur aus Informationen der Massenmedien erzählt er vom pragmatischen Zynismus der US-Außenpolitik und ihren unheiligen Verflechtungen zur Deckung des Rohstoff-Hungers. Die österreichisch/schweizerische Gruppe Übermorgen.com könnte dafür eine Lösung haben. Sie will einen Ölbohrturm neben dem U errichten, die Bautafel steht schon.
„The Oil Show“ I bis 19.2. I HMKV im Dortmunder U I 0231 496 64 20
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